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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Die Entdeckung Umbars

(1) Von den Uinendili


Es war das Jahr 812 seit Anbeginn des zweiten Zeitalters, da die Gilde der Wagemutigen unter ihrem Großen Kapitän Aldarion auslief, auf der prächtigen Palarran, dem größten Schiff,dass in Númenóre erbaut wurde. Bisweilen blieb sie unerreicht in Tiefgang und Pracht und ihr Laderaum war in Ausmaßen noch den mächtigsten Speichern Rómennas ebenbürtig. Wie riesige Flügel aus Silber, in Form denen der Schwäne gleich, prangten seitlich am Heck ihre Fortsätze und wahrhaft elbisch glitt es auf den Wogen, denn Círdan selbst lehrte Aldarion die Kunst des Schiffbaus. Die Gischt die am Bug emporsprudelte benetzte die riesigen Segel und nässte die Besatzung an Gesicht und Kleidung; und durch die sich auftürmenden Wellen fegte kalt der Wind aus dem Nordwesten. Vor mehr als 3 Monaten, in den warmen Tagen des Úrime war die Palarran mit sieben kleineren seiner Art fortgesegelt vom Hafen Rómennas, um Vinyalonde im fernen Osten instandzusetzen, denn wilde Stürme beschädigten dort die Werften und die Schiffe.


Aldarion war der Sohn Tar-Meneldurs, des fünften Königs von Númenóre, und von kräftigem Wuchs und stolzer Natur, stärker in seinem Willen noch als sein Vater. Er hatte blondes Haar gleich dem seiner Mutter und stets flocht er es auf Reisen und gleich taten es ihm seine Männer. Er stand auf dem Hauptdeck, das Gesicht dem Winde zugewandt und von weither vernahm er die Rufe Uinens, die ihn seit seiner ersten Fahrt auf der Númerrámar gefangen hielten. Kaum mehr als die Schatten des nächsten Schiffes schimmerten durch den grauen Meeresdunst, da es nunmehr zu dämmern begonnen hatte. Und Aldarion war gezwungen die Fahrt zu verlangsamen, denn allein er wusste nach Vinyalonde zu gelangen.
Von weit oben in den Masten ertönte der grelle Ruf eines der Róme und kaum war sein Schall verklungen auf den Weiten des Meeres, da ertönte ein zweiter vom folgenden Schiff und ein dritter, viel leiser im Klang stieß hervor von den Nebelschwaden hinter dem Kielwasser, und jeder weitere wurde beantwortet, bis sie acht an der Zahl waren. Darauf regte sich Aldarion und schritt hinüber zum Steuermann, die Füsse bis zu den Waden in Lederstiefeln gebunden und obwohl das feuchte Holz unter ihnen knarrte bemerkte dieser nicht, als der Kapitän hinter ihm stand.
"Der Wind beginnt aufzufrischen und seine Richtung scheint er mir zu wechseln und gleich werden wir es ihm tun. Hör nur Ramîn, die Rufe Uinens. Uns mache noch einmal jemand glauben, wir hätten ihre Gunst verloren, ohne den Zweig des Oiolaíre."
Da erschrak Ramîn und wandte den Kopf zum Sehen. Wettergegerbt war sein Mantel, geflickt an Saum und Kapuze und freundlich sein Gesicht. Unter dünnen Brauen schienen seine Augen blau hervor und helle Stoppeln zeigten sich an Wangen und Kinn. Auch seine haare waren blond und zum Zopfe gebunden, und die Hände waren ihm in Tücher gewickelt worden, denn sie schmerzten vom harten Gang der Ruder.
"Also gedenkst Du beizudrehen? Waren es nicht jene Wasser die uns ein Schiff und zwanzig unserer besten Mann kosteten, die dort im Norden liegen? Gewiss werde ich nach dem Ránnatan schicken und ihm weisen das Róma zu blasen, wie Du befiehlst, nur lasse mich Dir als alteingedienten sagen, dass es nicht die Kräfte Uinens sind die unsere Geschicke leiten. Mehr noch, ich fürchte den Zorn der Valar und mit mir alle in der Gilde. Wir begleiteten Dich, weil ich wie jeder andere Vertrauen habe zu Dir hege und was wäre wagemutig daran, ohne das hohe Ziel erreicht zu haben in den grauen Tiefen sein Ende zu finden."
Der Ausdruck Aldarions erhellte sich und inmitten der pfeifenden Windböen begann er zu lachen. Doch es war mehr ein freundliches Lachen, denn eines aus Spott, und mit froher Miene legte er eine Hand auf Ramîns Schulter.
"Keine Sorge, denn gewiss führe ich euch nicht zu eurem Ende, jedoch bis ans Ende dieser Welt wenn es sein muss. Ihr seid wahrhaftig die tapfersten unter den tapferen." Und dann sah Aldarion mit starrem Blicke hinunter auf das beschäftigte Treiben auf der Pelennath und er trug ein Lächeln voller Zufriedenheit. Männer in dicken weißen Mänteln zogen Taue zurecht und knoteten und wuchteten schwere Balken umher und bald da drehten die Segel. Sie blähten sich unter dem Druck des Windes und abermals erhallten die Róme in der Feuchte der Luft, um zu wahren, dass alle Schiffe dem Kurs der Palarran folgten.
Die Tage vergingen und die dicken grauen Wolken lichteten sich, nun zaghafte Fäden des Sonnenlichts preisgebend. Und hell schimmerte ihr Spiegelbild auf den tanzenden Wellen, in denen sich das Himmelszelt bald beugte bald straffte. Jene der Männer auf dem Schiff, denen zeitweise keine Aufgabe zu Teil wurde, saßen nieder, an die Ere und Hâre gelehnt und aßen vom Proviant. Nur selten wurde zur Verpflegung vom Fischfang Nutzen gemacht, denn ihre Liebe galt dem Meer und alles was in ihm war. Und Aldarion hatte Recht behalten. Die Arbeit auf den Schiffen war hart gewesen, doch keines erlitt Schaden noch forderte die See das Leben eines der Männer, als sie die gefährlicheren Wasser durchquerten. Sie waren nun weit nach Norden gekommen und bald schon da erblickten sie die Türme und Mauern Forlonds, des Nordhafens. Und wieder stießen die Ránnetain in ihre Róme, doch klangen sie nun voller Freude, und die Herzen der Mannschaft machten Sprünge wie zur Begrüßung des Frühlings. Und weiter tat sich die Wolkendecke auf und vor dem blauen Himmel trat ein Leuchten auf die Schiffe der Númenórer. Schon bereiteten einige zum anlegen; die Seitenruder wurden gegen den Strom gedreht und mehrere kräftige Männer unterhielten die Segel auf den letzten Meilen ihrer Fahrt. Und Erleichterung machte sich breit, denn stark waren die Befürchtugnen gewesen und länger als üblich empfanden sie die Reise.
(Benjamin)