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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Das schwarze Tor öffnet sich

Da stand das zerlumpte gondorianische Dreckspack nun. An der Spitze befanden sich die alte Schnapsleiche zusammen mit dem Möchtegernkönig und dem Idiot mit der Schwanenflagge.
Nach einigen Minuten gespannten Verharrens (die hohen Herren waren sich wohl noch nicht über das weitere Vorgehen einig) wurden ein paar schnarchnäsige Bauerntölpel nach vorne geschickt, um der GEZ mal direkt am Haupteingang ein paar markige Worte zu überbringen.
Nachdem sie auf umständlichste Weise ein paar Fähnchen entrollt hatten, las der einzige der Bauern, der lesen konnte, folgende Botschaft vor: „Ja, ähm, also – was?! Hm, Scheiß-Fresszettel.... hm, dieser alte Sack hat aber mal ne Sauklaue. So ein Mist. Was soll denn das heißen?! Irgendwas von... den Herrn.... und schwarzen Landes.... und dann dieser Kaffeefleck. Wer soll denn das bitte entziffern, hm?!“
Der alte Anor-Fuzzi ritt eilig auf seinem Kregûl zum Vorlesenden.
Schließlich riss er ihm die Botschaft aus der Hand und begann, selbst vorzulesen.
„Also, nun wenn alle soweit sind: Lasst den Chef des Schwarzen Clubs herauskommen! Dann bekommt er seine gerechte Strafe. Denn, ähm, unrechtmäßig hat er Gondor mit Krieg überzogen und seine Lande verwüstet. Daher verlangt dieser halb verfaulte Landstreicher, oh, äh... unser werter König von Gondor, dass er für seine Übeltaten büßen, und dann zumindest für ein Weilchen weggehen soll.“
„Kein Vormarsch ist so schwer, wie der zurück zur Vernunft!“ sagte der Kregûl als sein Reiter sich gerade umdrehen, und zu seinem Heer zurück reiten wollte.
„Hm?! Was sagst du?“ fragte Gandalf.
„Brecht.“
„Brecht?“
„Ja, Brecht. Das war von Brecht. Erinnerst du dich nicht?! Als eines der edelsten Reittiere von Tol Klettcotta vermag ich...“
„Oh jaja, natürlich....aber bitte erspar mir deine Belehrungen!“
Das Heer von Gondor vergnügte sich schon stundenlang beim fröhlichen Trivial-Pursuit-Spiel, als endlich – nach einer mehrstündigen Beratungspause – das schwarze Tor aufging, und ein paar niedere Staatsbeamte heraus ritten.
An ihrer Spitze befand sich ein kleiner verkrüppelter Gnom, der so überhaupt gar nichts Furchterregendes an sich hatte. Er wäre beinahe von seinem Pferd gefallen, wenn ihn nicht seine eigens erdachte Sattel- und Gurtkonstruktion davor bewahrt hätte.
„Isch pin Sauronz Munt!“ sagte er.
Aber es wird es wird erzählt, er sei ein Abtrünniger gewesen, aus dem Geschlecht derer, die die anthrazit-neongrünen Ost-Schattenbachtaler genannt werden. Er hatte so rein gar nichts númenorisches an sich.
„Ist hirrrr irgenteinääär untääär euch pösen Purchen, derr errrmächtikkt issst, mit mirrr zu väärhandeln?!“
Da Gandalf schon vor wenigen Minuten seine ausführliche monatliche Zehennagelmaniküre abgeschlossen, und somit ohnehin nichts besseres zu tun hatte, ritt er auf seinem Reittier auf Sauronz Munt zu.
„Soo!“ sagte der Bote „dann bizzt du der Sprächär, alter Graupart?! Hältzt dizz wolll für ein gantzzz schlaues Bürschen, hm?! Isch habä Beweisäää, die dir tzeigen tzu mir wurdää befohlen.“
„Das muss: „...die dir zu zeigen mir befohlen wurde“ heißen!“
„Oh, ja, natürlisss! Habe miss nur versssprochen!“
Dem Munt war sein Fauxpas sichtlich peinlich, so dass er schnell zur Vorlage der Beweise überging. Er gestikulierte wild mit seinen Armstummeln, bis ihm einer seiner Helfer schließlich ein häßliches kleines Bündel brachte.
Mit gewichtiger Miene wurde es vom Gnom geöffnet. Zum Vorschein kam eine mehrseitige Faltbroschüre. Die Reiter des Westens sahen einander fragend an.
„Dieszzz izzt eine von Zauron zelbzt erarbeitätää Ztudie! Zie enthält vielää wichtikkä Faktän, übär einä däärr grözzten Verschwörungän in dän läzzten Zeitaltärn!“ erklärte der Diener Saurons.
Gandalf, der bereits Schlimmes befürchtete, entgegnete: „So denn, Gnom – berichte uns von der Studie deines Meisters!“
„Säär wohl! Zauron, mein Meizter, beschuldikkt...“
„Ähm, äh – Lass doch vielleicht lieber einen deiner Gefährten sprechen... deine Aussprache ist sooo... verwaschen...“
Der Gnom ritt ärgerlich zurück zu seiner Gesandtschaft, welche sich im Hintergrund aufgehalten hatte, und bat einen seiner Begleiter, für ihn zu sprechen.
Als dieser angekommen war, begann er mit dem Vortrag: „Ich spreche nun im Auftrag von Zauronz Munt mit der Zunge Saurons des Großen, deshalb höret mich an: Die Mitglieder des weißen Rates, namentlich Olórin, Curumo (bis vor kurzem), Aiwendil, sowie zwei weitere, über die nur wenig bekannt ist, und die im Großen und Ganzen auch relativ unwichtig sind, werden beschuldigt, jahrelang illegal Spenden , vermutlich aus Aman, angenommen zu haben. Anstatt sie ordentlich in einem Rechenschaftsbericht zu verbuchen, wurden diese Gelder auf dubiosen Konten in Ithilien geparkt, von wo aus sie schließlich – als Vermächtnisse der Truchseße Minas Tiriths getarnt – wieder zurück in den weißen Rat gelangten. Wir fordern den Vorsitzenden – Herrn Olórin – deshalb zur sofortigen Auskunft über die wahren Spendernamen auf, um weitere Ermittlungen in dieser Sache anstellen zu können.“
Gandalf war sichtlich erbost.
„Ich nenne keine Namen! Pah! Da schreibe ich ja noch lieber ein Tagebuch!“
„Nun“, erwiderte der Bote von Zauronz Munt „lasst uns diese Frage später erörtern. Doch ist diese Sache nicht die Einzige, die wir gegen euch, die selbsternannten Herren des Westens hervorzubringen haben: Auf Grund der zertrampelten Essensreste, die euer kleiner Halbling in unserer Festung verloren hat, konnten wir endlich nach langjährigen Verdächten eine stichhaltige Analyse durchführen, und wissen nun ohne jeden Zweifel: Lembas wurden seit vielen Jahren mit Separatorenfleisch angereichert! Nicht, dass die Verwendung von Fleischresten für ein rein pflanzliches Gebäck alleine nicht schon schändlich genug wäre, nein – es lässt sich auch zweifellos nachweisen, dass die entsprechenden Tiere über einen längeren Zeitraum mit Orkmehl gefüttert wurden. Was habt ihr zu diesen Vorwürfen zu sagen?“
„Ich will sie nicht verleugnen“, sagte Gandalf „Fürwahr, ich kenne sie alle und ihre ganze Geschichte, und trotz eures Spotts, ihr widerlicher Diener des Mundes von Sauron, könnt ihr das nicht von euch behaupten. Denn nur ich kenne die Spendernamen, und weiß über die genauen Produktionswege der Lembas Bescheid.“
„Nun ja“, grübelte der Diener „Zwergenpanzer, Elbenmantel, Klinge des gestürzten Westens, und ein Späher aus dem abtrünnigen Auenland – natürlich wären mir diese Dinge als Beweis einer großartigen Verschwörung auch lieber gewesen... aber was soll man machen, man muss mit dem Vorlieb nehmen, was man bekommt... Und im Augenblick haben wir leider nichts außer ein paar zerbröselten Lembas, sowie einige Informationen über die Finanzen des weißen Rates...“
„An Zwergenpanzer, Elbenmantel, einer Klinge des gestürzten Westens sowie einem Späher aus dem Auenland seit ihr also interessiert, soso...“, der alte Penner lächelte verzückt.
„Ich könnte euch da ein Angebot machen: All diese Dinge erhaltet ihr - sofort, wenn ihr wollt! Es gäbe da nur eine kleine Bedingung...“
„Nennt die Bedingung,“ sagte der Diener unbewegt, aber diejenigen, die nahebei standen, sahen die Qual in seinem Gesicht, und nun erschien er wie ein alter und runzliger Mann, überwältigt, endlich besiegt.
„Dieses sind die Bedingungen“, sagte der Kartoffelsack-Zauberer, und er lächelte, als er sie einen nach dem anderen ansah.
„Ihr erhaltet all diese Gegenstände im Austausch gegen die Lembasanalyse sowie den Finanzbericht.“
Der Bote war sichtlich zerknirscht, doch wusste er, dass ihm kaum eine Wahl blieb.
Dennoch ritt er zurück zu seiner Gesandtschaft und beriet sich mit ihr.
Nach einigen Minuten (welche der alte Sack für ein kurzes alkoholintensives Päuschen genutzt hatte) kam der Bote wieder, und erklärte: „Wir nehmen die Bedingungen an. Doch zeigt mir zuerst euren Teil des Tauschgeschäftes“
Gandalf winkte einem der kleinen Wichtigtuer, die unbedingt auf diese Reise mitwollten, und ließ ihn einen Sack öffnen.
Der Bote sah hinein und war fast ganz zufrieden, mit einer Ausnahme: „Sehr schön, Klinge, Panzer, Mantel, nur – äh – wir hätten gerne noch einen von diesen Halblingen.“
Gandalf dachte einen Moment daran, den kleinen Idioten der direkt neben ihm stand, einzutauschen, doch verwarf er diesen Gedanken schnell auf Grund ethisch-moralischer Bedenken.
„Würdet ihr auch statt eines Halblings einen Kregûl akzeptieren?“ fragte er.
„Einen Kregûl?“ fragte der Bote, und seine Augen leuchteten.
„Ja, ein Kregûl, eines der edelsten Reittiere auf Erden, des weiteren kann es...“
„Wir nehmen den Kregûl!“ entgegnete Saurons Munt’s Bote begeistert „Denn ihr müsst wissen, dass dies die Leibspeise des großen Saurons sein. In Ehren wird dieses edle Tier sterben, denn es wird den Magen unseres Herrn füllen!“
Gandalf stieg ab, und der Bote machte sich – nachdem er die Lembasanalyse und den Finanzbericht übergeben hatte – mit samt seiner Gesandtschaft aus dem Staub, und verschwand.
Das Heer des Westens verstummte. Niemand hatte mit einer Verhandlungslösung gerechnet, und sie waren alle auf Krieg und Kampf getrimmt.
„Sollte hier nicht eigentlich eine große Schlacht stattfinden?!“ meinte ein homoerotisch orientierter Elb, mit einer Vorliebe für Ballettkleidung.
„Ja, und überhaupt, ich will endlich mal diese verdammten Adler sehen!“ murrte der kleine Wichtigtuer, den Gandalf fast verschachert hätte. „Die haben dich doch angeblich vom Zickzackzickzazum abgeholt, Opi! Oder hast du dir das in deiner kranken Fantasie etwa selber ausgedacht?! Oder vielleicht bei nem Vollrausch oder so.“
Gandalf bereute schon, dass er den kleinen Wicht höher als seinen Kregûl eingeschätzt hatte, und sinnierte gerade über eine kluge Erwiderung, als Pippin ihn voller Wut mit bloßen Fäusten angriff. Das ganze entwickelte sich zu einem heftigen Boxkampf, bis Gandalf schließlich taumelnd zu Boden ging. Pippin schlug noch einige Male kräftig zu, bis Gandalf schließlich das Bewusstsein verlor. Und als es sich eben empor schwang in Vergessenheit, hörte es eine hohe schrille Hobbit-Stimme, uns sie schien in irgendeiner vergessenen Welt hoch oben zu schreien: „Ich will diese Scheiß-Adler sehen! Opi, ich will verdammt noch mal diese Scheiß-Adler sehen!!“
(Cadrach)