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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Die Belagerung von Gondor


Das faule Orkpack spielte noch immer auf seinen Trommeln. Sie hatten ein bisschen Benzin verspritzt, und jetzt brannte es hier wie die Sau. Nicht dass sie nicht schon genug mit der Scheisstrommlerei zu tun gehabt hätten – nein, dieser senile alte Idiot mit schwarzem Umhang und seinem oberdämlichen Reittier wollte natürlich auch eine Ramme dabeihaben. Klar – was ist schon eine Belagerung ohne Ramme. In einem Anfall von Poesie wurde das abgefuckte Teil dann auch noch Grond genannt, und das Ding war verdammt groß.
Vorneweg wurde das Ding von irgendwelchen Viechern (vielleicht riesige, dämonisch-mutierte Meerschweinchen...) gezogen, hintendrein watschelten ein paar von diesen doofen alten Bergtrollen, die natürlich auch unbedingt mal wieder dabei sein mussten. Sauron hatte ihnen das zwar ausdrücklich verboten, aber da er gerade diese Woche beträchtliche Probleme mit seiner Steuererklärung für das Jahr 3019 DZ hatte, war seine ruhelos suchende rote Nase in dieser Zeit nicht besonders wachsam. Nachdem der Idiot in den schwarzen Fetzen mit der billigen Krone stundenlang darüber nachgedacht hatte, was er mit diesen nutzlosen Pfeiffen von Bergtrollen anfangen könnte, teilte er sie letztendlich zum Grond-Schwingen ein.
Während sie mit der Ramme also zum Tor schwankten, stießen sie auf heftigen Wiederstand.
Irgend so ein kleiner landadliger Gemüsehändler fand die Idee mit dem Rammbock überhaupt nicht toll... wozu hatte Minas Tirith schon eine Türklingel?! Er wies dieses abgewrackte Pack aus Mordor zwar freundlich auf diesen Umstand hin, doch da dies nicht die gewünschte Wirkung zeigte, packte er seine schwule Schwanen-Flagge aus und ritt wie von der Tarantel gestochen durch die Gegend. Die Orks fanden das natürlich überhaupt nicht cool, doch ließen sie sich nicht beirren (obwohl eigentlich Zeit für eine Kaffeepause gewesen wäre), doch schoben sie die Ramme weiter, da sie genau wussten, dass Saurons rote Nase sie beobachtete (natürlich wie gesagt erst nach fertiggestellter Steuererklärung – einzureichen bei: Dr. jur. Saruman Curunír, Isengart, Orthanc-Weg 23, zur Zeit wegen Belagerung von sprechenden Bäumen geschlossen).
Nach einer gewissen Zeit bequemte sich der komische Darth-Vader-Verschnitt endlich an die Spitze der Ramme, bis er dann ganz vorne am Tor anhielt, und sein Latex-Fiberglasstab-Schwert zog. Für ein paar Sekunden hielten alle die Klappe (die Orks, die schwulen Säcke mit den Schwanen-Fähnchen *hachwiesüüüüß*, und auch die ganzen Langweiler aus der Stadt – sogar der paranoide alte Bürgermeister der am liebsten seine ganze Familie angezündet hätte, hielt für einen Augenblick mal den Schnabel).
Der Hexenkönig (so nannte sich das Bürschchen im Trauergewand) stellte sich in seinem Sattel auf und brüllte – einer spontanen Eingebung folgend – ein paar hübsche alte Zaubersprüche, die er vor einigen hundert Jahren einmal bei Onkel Khamûl gelernt hatte. Synchron dazu schmetterte das faule Orkpack den Rammbock gegen das wunderschöne Holztor, welches aber glücklicherweise wie Eisen aussah.
Nachdem sie die Scheiße ein paar mal gemacht hatten, ging das Tor endlich kaputt.
Natürlich gab es auch hier ein paar hübsche Blitze und Lichteffekte – fast wie damals mit dem alten Säufer und dem Ballrock. Der Hexenkönig war hochzufrieden – Sauron wäre es sicher auch gewesen, wenn er nicht gerade mit wichtigeren Dingen beschäftigt gewesen wäre...
Der Chef der schwarzen Reiter ließ einige Anstandssekunden verstreichen, bevor er mit einem leisen Hüsteln durch die Tore von Minas Tirith ritt.
Da floh das Volk von Minas Tirith! Denn trotz aller Bemühungen, konnten sie dem Schatten am Ende nicht standhalten. Der Tag, den sie gefürchtet hatten war gekommen – Mordor hatte seinen düsteren GEZ-Gebühren-Eintreiber geschickt. Das Volk Gondors war eines der letzten, das über viele Jahre kostenlos öffentlich-rechtliches Fernsehen empfangen hatte.
Sie fürchteten die großen Nachzahlungen, und verbarrikadierten sich schreiend in ihren Häusern.
Alle außer einem.
Wartend, schweigend und still saß Gandalf auf Wolfgang Krege auf dem Platz vor dem Tor: Wolfgang Krege, der allein unter allen freien Reittieren der Welt den Schrecken ertrug, reglos, standhaft, literarisch begabt, interpretationsfreudig, modern, Texte „respektlos gegen den Strich aufbürstend“, wie eine Bildsäule in Rath Dínen.
„Meine Güte, jetzt geht die Scheiße wieder von vorne los. Ich hab heute wirklich keine Lust auf diesen Müll, lieber Hexenmeister zieh Leine!“ sagte Gandalf. Wolfgang Krege ließ währenddessen ein paar Pferdeäpfel fallen.
„Und jetzt gehste besser zurück in äähm... in, ja, in *vonzettelables* genau – in den Abgrund der ähm, der für dich bereitet ist. Und achja, stürze ins Nichts, das deinen Herrn und dich erwartet. So, und jetzt mach dich vom Acker, aber zackig!“
Der schwarze Reiter warf seine Kapuze zurück, und siiiiihääääää! Der kleine Angeber hatte sich doch tatsächlich ne Krone aufgesetzt... unverschämt, naja, die Jugend von heute...
Bedauerlicherweise hatte der Junge nicht mal einen Kopf, bzw. keinen sichtbaren Kopf, also nach Kant’scher Interpretation einen Kopf, der aber anders ist als wir ihn sehen. Zu allem Überfluss bestand der unsichtbare aber doch vorhandene, da die Krone tragende, Kopf fast ausschließlich aus Flammen und Feuer.
Nachdem sich der Nazgûl und Gandalf ein Weilchen angestarrt hatten, erklärte der schwarze Reiter mit gewichtiger Miene: „Hey du alte Sau! Jetzt bin ich mal am Zug. Du hast ja schon genug Scheiße angerichtet...“
„Nana, immer sachte, Angmar – was hab ich dir denn getan?!“
„Das fragst du noch, du besoffener Idiot von einem Maia?!?! Erst unseren Vorarbeiter töten, dabei selber draufgehen und ganz lässig ein neues Leben eingehaucht bekommen, dann durch die Gegend reiten und jede Menge Unheil anrichten, schließlich hier mit schicken neuen und extrem sportlichen Klamotten ankommen und dann auch noch ganz unschuldig tun... das haben wir gern... Und woher zum Teufel hast du diese abgrundtief hässliche Pferd?????“
„Das ist kein Pferd!“ erwiderte Gandalf „Das ist einer der Kregûl, eines der wenigen Reittiere, das auf zwei Beinen stehen kann und dabei sämtliche Gedichte von Bertold Brecht aufsagen kann. Ich fand es auf Tol Kletcotta, der sagenhaften Insel zwischen hier und Tol Eressea, und da wo früher mal Númenor war. Es ist wirklich eines der intelligentesten Tiere die ich kenne.“
Der Ringgeist war begeistert und fragte: „Wunderbar! Gibt es denn irgend etwas was dieses edle Ross nicht vermag?“
„Ja“, antwortete Gandalf.
„Was?!“
„Texte übersetzen. Vor allem solche, bei denen Abschreiben weh tut.“
Die beiden hätten sich sicher noch Stunden lang unterhalten, wenn nicht in eben diesem Augenblick in irgendeiner Legebatterie im Industrie-viertel Minas Tiriths ein doofes Huhn verreckt wäre, und seinen letzten Todesschrei ausgestoßen hätte.
„Oh, wie spät es schon wieder ist“, meinte der Nazgûl „ich glaube, das mit den GEZ-Gebühren verschiebe ich auf später, Sauron hat ja auch noch ein Weilchen zu tun. Also denn, man sieht sich!“
Im selben Moment ertönten laute Hornklänge einer großen Reiterschar.
Obwohl sie noch einige Meilen entfernt waren, ließen sie es sich nicht nehmen, die Anwohner schon jetzt durch lautes Horngeblase aufzuschrecken. Es handelte sich weder um kleine Hörner des Südens, noch um mittelgroße des Ostens oder gar mikroskopisch kleine Hörner des Westens – nein, hier wurden große Hörner des Nordens geblasen, keine Frage.
Der Bild-am-Sonntag-Nachhause-Service war endlich gekommen."
(Cadrach)