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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Abschied



Regungslos stand er da. Seine Arme fielen schlaff zur Seite runter. Sein Kopf war leer. Keine Gedanken. Keine Erinnerungen. Keine Gefühle. Nichts, nichts außer befremdender Leere.
Leise fegte der Wind durch die Herbstblätter. Gelbes und Braunes Laub wirbelte er sachte auf und spielte mit ihnen in der Luft.
Legolas schloss die Augen und lauschte dem sanften rauschen des Waldes.
Wie lange stand er schon hier?
Sein Freund hatte ihm angeboten hier, bei ihm zubleiben. Ihn in dieser Stunde nicht alleine zu lassen. Doch er wollte alleine sein.
Vorsichtig bahnte sich eine kleine Träne einen Weg über seine Wange und hinterließ einen salzigen Geschmack auf seinen Lippen.
Schmerzvoll verzog er das Gesicht, presste seine Augenlieder noch doller zusammen.
Nun war es soweit. Nach Stunden vollkommener Leere, traten die ersten Anzeichen von Leben in seinen Körper und Geist zurück.
Er begann wieder zu fühlen.
Jene Gefühle waren jedoch in einer Intensivität, die er nicht kannte.
Er fühlte Schmerz.
Schmerz, der sein Herz zu zerbrechen drohte.
Er fühlte Sehnsucht.
Sehnsucht nach ihr. Nach ihrem Geruch, ihren eleganten Bewegungen, ihren zärtlichen Berührungen.
Und er fühlte Zorn.
Zorn der jeglichen Hass übertrumpfte.
Sie war nicht mehr da. Man hatte sie ihm weggenommen!
Und damit nahm man ihm alles...
Zarte Regentropfen fielen auf seine glatte Haut, holten ihn kurz aus seiner Trance.
Nur langsam schlug er die Augen auf und sah zum Himmel.
Dieser hatte sich lautlos zugezogen und tränkte nun die Welt mit Wasser.
Die kalten Regentropfen fühlten sich gut auf seiner Haut an.
Sie schwemmten seine Tränen weg und kühlten seine glühenden Wangen ab.
Er sah zu einem großen, weißen Stein runter. Feine Buchstaben waren in ihn eingemeißelt worden und Blumen bedeckten das Stück Erde vor ihm.
Wie von selbst formten Legolas' Lippen lautlose Liebesworte.
Ein gefährliches Stechen rann durch sein Elbenherz. Elben seien unsterblich, so sagte man. Nur im Krieg oder an gebrochenem Herzen würden auch sie dieser Macht, dem Tod, erliegen. War dies das Gefühl, dieses Stechen im Herzen, welches andere Elben vor ihm auch schon fühlten? Fühlte es sich so an, wenn ein Herz brach?
All das könnte jetzt ein Ende haben. All die bedrückenden Gefühle, die ihn zu ersticken drohten. Doch es würde nichts nützen.
Denn er war ein Elb und sie ein Mensch. Er würde in Mandos Hallen kehren. Doch sie würde ihm nicht folgen können. Menschen war es nicht vergönnt die Hallen nach dem Tode aufzusuchen.
Auch hätte sie es nicht gewollt. Sie hätte nicht gewollt, daß er ihretwegen sein jetziges Leben aufgab. Weder hätte sie gewollt ihn Tag für Tag leiden zu sehen.
Er biss die Zähne zusammen. Letzte kleine Tränen passierten sein Gesicht.
Er legte zwei Finger sachte auf seinen Mund und küsste sie zärtlich.
Dann legte er die Hand vorsichtig auf die glatte Oberfläche des Steines.
Er atmete tief durch. Nein, sie hätte nicht gewollte das er leidet.
"Amin mela le! Und das werde ich immer tun...", flüsterte er noch.
Dann drehte er sich um und verließ ihr Grab.
Amin mela le - Ich liebe dich

(Nene)