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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Mellacar

Prolog


Auf dem Amon Calen trohnte einst Kul Tiras wie ein Meer von Zinnen und Türmen über die grünen Lande Âzeroths. Und im Dämmerlicht der schwindenden Sonne erstrahlten ihre Mauern in leibhaftigem Golde und der Ostwind ließ ihre Banner unablässig Wogen schlagen gleich der See die ihn schickte.
Der Berg war umgeben von unzähligen flachen Hügeln, bewachsen mit kniehohen Gräsern in jungem Grün und Weissdornen, jede an Wuchs halb so groß wie noch der gewaltigste Turm der Stadt. Jedoch lagen sie ihr zu Tal. Jeder neue Tag tauchte die weißgrauen Stämme in tiefen Schatten und dann, so schien es, legten sich die Umrisse Kul Tiras' auf die Hügel und weiter noch bis in die Ebenen hinein in denen die Wasser des Aranduin entsprangen. Dort wo noch lange Zeit zuvor Heraín stand und als erster der jüngeren Kinder Illúvatars seine benetzten Ufer erblickte. Und seither ist dies das Land seines Gefolges, dass er aus Hildórien hierher führte, während die zahlreichen anderen Sippen weiterzogen gen Westen um dem Sternenlicht zu folgen für das die Elben viele Namen zu nennen wussten. Und sie lehrten die Menschen von Âzeroth in den Tagen des Erwachens die Sprache der Unsterblichen und allerlei andere elbische Dinge, soweit sie in den ältesten Tagen bereits ersonnen waren. Denn sie sollten niemals den Reichtum der Weisheit erlangen, wie jene von denen sie sich in Cuiviénen trennten und welche dem großen Jäger folgten in die gesegneten Lande, so erzählt es die Legende.
Von den Zwergen erwarben die Âzerodhrim die Fertigkeit mit Stein geschickt umzugehen und Burgen zu bauen, deren Baukunst keines der nomadisierenden Völker des Ostens je nachzuahmen vermochte.
Und so entstand das erste und für viele Jahrhunderte das einzige Königreich der Menschen zu Füßen der Roten Berge...
Dies ist die Geschichte der Ostlande, in die sich der Geist Mittelerdes und all ihrer Erzählungen nur ansatzweise erstreckt und sich mit ihr verknüpft. Von geringerer Bedeutung zwar für die Geschehnisse im Westen doch nicht minder reich an Schicksalen derer, die fortan Avari genannt wurden, die Widerstrebenden, und der Menschen die als einzige nicht dem Dunkel Morgoths oder Saurons verfallen sollten.


(1) Von Heraín und Marach


Von fern her erblickten die ersten Menschen Hildóriens das Licht des Westens und alsbald waren viele die Dunkelheit leid und es begann die Zeit der großen Wanderungen unter den Zweitgeborenen. Der Aufenthalt in unterschiedlichen Landen brachte unter ihren Nachkommen viele hervor die sich dergestalt unterschieden, dass sich Sippen bildeten von denen jede eigene Wege einzuschlagen gedachte. Und ebenso kurz ward ihr Leben wie ihre Nachkommen reich an Zahl waren, sodass neue Länder besiedelt werden mussten. So führte der Weg weiter fort von Hildórien mit jedem erneuten Erwachen der Bäume. Zwei der Geschlechter jedoch ähnelten sich sehr. Marach und Heraín führten sie und gingen ihre Wege gemeinsam bis dass sie ins Ayar Cas vorstießen zu Füßen der Roten Berge.
Sie waren für Menschen jenes Zeitalters von hohem Wuchs und trugen langes Haar. Das Marachs schimmerte golden und niemals flocht er es und gleich tat es ihm seine Sippe. Heraíns Haar aber war schwarz wie das Gestein zu Füßen der Roten Berge in jener Gegend und er und sein Volk pflegten es zum Zopfe zu binden; und so entzweite sich auch ihre Kultur.
Alsbald wollte es Marach fortragen, wohin es die anderen Menschen zog, denn Tag für Tag sahen sie ihresgleichen auf Wanderschaft, die Wälder entlang in den Westen. Fahlhäutige Elben zogen einher und Marach gedachte aufzubrechen, da hielt ihn Heraín zurück.
„Gehe nicht fort Bruder, denn so fühle ich mich Dir verbunden. Doch dies Land hier vermag mehr mein Herz zu erfreuen, denn der seltsamen Gesichte im Westen. Und willst Du nicht mit mir und meinem Volke verweilen, gewiss werde ich unter Schmerz zurückbleiben.“
„Jene seltsamen Gesichte haben mich gepackt. Und mehr von unserer Art sind schon gegangen, als ich hier sehe. Ich werde mit Balans* und Haldads Volk ziehen Freund Heraín. Doch lasse ich meiner Sippe die Wahl zu bleiben oder im Westen Land zu suchen.“
Einige nun aus Marachs Sippe verblieben an Heraíns Seite. Auch seine Söhne Malach und Imlach trennten einander, Malach ging der Wege die sein Vater führte und Imlach blieb zurück.
Heraín war zugleich erfüllt von Trauer und Stolz hier nun sein Land zu haben, und nach der Sprache des hohen Volkes wusste er den schnellen Strom der hindurchfloss Aranduin zu nennen, den Königsfluss, denn fortan nannte er sich selbst König.
Und Zwerge kamen zu Tale die Hilfe ersuchten bei Heraín um zu Felde zu ziehen gegen die Grauen aus dem Norden. Doch stolzen Herzens nur für das eigene Land ließ er ab. Halach jedoch, sein Sohn sah tiefe Trauer in der Zwergen Augen und es erweichte ihm das Herz und mit fünf seiner Nächsten wandte er sich an Heraín zum Gehen. Erzürnt über die Leichtfertigkeit seines Sohnes wollte er Flüche aussprechen gegen die Zwerge, ob des Zaubers, den sie benutzten um ihn in ihren Bann zu ziehen. Doch bald sah er, dass Halach mit eigenem Herzen zu kämpfen gedachte. Und da sprach er in ernstem Tone: „Hört nun ihr Zwerge Bavors. Mein eigen Fleisch und Blut schick ich mit Euch auf Reisen. Kehrt er nicht wieder so erlege ich auf Euch die Pflicht des ewigen Bündnisses, auf dass es erst erlösche, ist auch der letzte aus meinem Geschlecht geschieden.“ Und so zogen die Zwerge davon. Doch Halach kehrte nicht wieder und Heraín trug Düster auf dem Herzen und Trauer in der Seele.
Und Dunkel fiel auch auf sein Land durch fremde Gefahren. Der Norden brachte kampfeslustige Heerscharen in die Lande. Heraín erwehrte sich ihrer, doch schrecklich waren die Folgen. Mensch kämpfte gegen Mensch und Zwerg gegen Elb. Gegen alle jedoch zogen die Orks, das Volk des Schwarzen Gottes. Und ihre Leiber waren bedeckt vom Unrat der Erde.
So schlossen auch die Menschen ein Bündnis und vermischt wurden ihre Scharen. Jene mit fahlgelben Gesichtern und englidrigen Augen lebten inmitten des Volkes Heraíns, von kleinem Wuchs und dunklem Haar. Ihre Sprache war fremd, doch Nöte der Zeit hielten sie zusammen. Und die obersten blieben jene aus Heraíns Volk, doch ihr Blut wurde dünner.


(2) Von Anón & Mah-Nan


Das Dunkel war geschwunden und in jenen Tagen erbebte die Erde von der Last der Welt.
Und weitere aus jenem Volke kamen und lebten am Aranduin, aus Furcht vor der rotgolden geflügelten Göttin im Osten. Und Zwerge brachten Steine, derartig geschliffen nie zuvor sie gesehen waren.
Die Menschen jedoch entzweiten, denn es gab keinen Feind zugegen es sie in gemeinsamer Stärke hätte führen können. Und so lebten sie im gleichen Lande, die Han-Dheri und die Âzerodrim, Volk Heraíns, und nichts gemeinsames wussten sie zu schaffen.
Alam und Mah-Hyn waren die höchsten ihrer Völker und im Westen Kul Tiras', da reckten sich die Türme und Zinnen in den Himmel, noch immer erfüllt vom Stolze Heraíns, wo hingegen im Osten Säulen standen, reich verziert an Gesichten, und Tempel und Kuppeln und geschäftig waren dort die kleineren Menschen, denn sie waren besser im Handel und reicher an Wissen. Doch nichts teilten sie und stetig wuchs die Fremde der beiden Völker.
Oft blickte Anón, Sohn Alams in Ehrfurcht herüber und trauerte ob des blinden Misstrauens. Und ebenso tat dies Mah-Nan, Tochter Mah-Hyns. Und sie sahen einander und lernten ohne Worte zu sprechen, denn ein Band umgab sie und hielt sie umfangen. Mah-Hyn jedoch bemerkte ihr Treiben und behielt sie bei sich. Durch die Mitte der Stadt ließ er eine Mauer bauen, auf dass niemand aus seinem Volke gehe und und sich verbrüdere mit einem von Alams Volk.
Jene Mauer wuchs höher als irgend anderes Gemäuer und Anón und Mah-Nan verblassten in ihrem Mut, doch oft gedachten sie einander. Und heimlich da strickte sich Anón eine Leiter und Tage und Nächte zogen vorüber in seiner Arbeit. Bei Zeiten, da es dämmerte stand er an der Mauer und gleich tat es ihm Mah-Nan und sie sang für ihn leise und in fremder Sprache, doch klang es wehklagend und älter noch als das Mädchen war das Leid ihn ihrem Liede. Alsbald war die Leiter gebunden und Anón wurde wieder froh. Des Nachts, da warf er sie herüber Mah-Nan zum Fangen und beide kletterten sie empor während die ersten Sterne sich auftaten und gingen wenn der Morgen graute.
Mah-Hyn erfuhr alles, was vorgefallen war, und erbost über den Ungehorsam ließ er seine Tochter einsperren. Und keine Regung behelligte ihn als sie erkrankte und stumm war er, als sie starb. Anón erbat von seinem Vater Hilfe, denn nur wenige im Rate Alams vermochten in der Zunge der Dheri zu sprechen. Auch fiel der Schatten noch anderer Menschen auf Kul Tiras. Sie kamen und hießen keine Worte noch brachten sie Dinge zum Handel, doch wussten sie zu kämpfen. Feuer loderten auf und Wut entbrannte und von den Zinnen hagelte es Steine und Speere. Anón vermochte, was kein anderer zuvor erreicht, denn eifrig lernte er und ging und sprach zu Mah-Hyn, auf dass sein Volk sich rühre zum Wohle aller. Und Seite an Seite kämpfte er mit Alam. Die Mauer riss und ein letztes mal traten die Dheri und die Âzerodrim gemeinsam in den Kampf. Doch in den Tagen, da Anón zum König aufstieg, denn sein Vater fiel durch das Wilde Volk, da stach in der Zorn über die Vergangenheit und fortan regierte er mit harscher Hand über Mah-Hyns Gefolge. Und jene, die sich nicht zu beugen gedachten, entflohen in die weiteren Länder Âzeroths.
(Benjamin)