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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Seelendiebe - Drittes Kapitel: Aufbruch


Bündnis mit den Nordelben droht zu zerbrechen. König Dragopher, der Herrscher der Dunkelelben des Nordens brachte Botschaft über seine Unzufriedenheiten mit unserer Forderung der Abschaffung des Sklavenhandels mit Menschen in den nördlichen Ebenen und in Arthedain. Frieden ist in Gefahr, bitten um Hilfe.“
Die Botschaft war ohne Zweifel von Galadriel. Legolas runzelte die Stirn. Genau das hatte er befürchtet. Was sollte er nun tun? Zweifellos konnte König Thranduil nicht einfach sein ganzes Heer losschicken um Lórien zu Hilfe zu eilen, wenn die Möglichkeit bestand, dass es gar nicht zu einem Krieg kommen würde. Jemand musste nach Lórien reiten und die Sache klären. Und er ahnte auch schon, wer. Es würde ihm mal wieder gut tun aus dem Düsterwald herauszukommen, viel zu lange schon hatte er dort geweilt. Er beschloss, die Nacht noch einmal darüber nachzudenken und seinem Vater seine Entscheidung am nächsten Tag mitzuteilen.


Alani, stehst du immer noch draußen? Komm herein, wir wollen Essen!“ Das braunhaarige Mädchen, das zweifellos auf den Namen Alani hörte, gab ihrem dicken Pony noch einen Klaps auf die Kruppe und machte sich dann seufzend auf, um zum Haus zu gehen. Haus wäre vielleicht ein bisschen übertrieben. Eigentlich war es eine Hütte, gebaut aus Lehm, billig, aber solide. Noch nie war sie eingestürzt, auch als es gestürmt hatte nicht. Ranai, Alanis Mutter, war sehr stolz darauf.
Alani stupste die Tür beiseite die mal wieder knarrte, ging ins Esszimmer und schob sich ihren Stuhl zurecht. Die mit blauen Blumen verzierten Teller standen schon auf dem Tisch, und es roch nach Kartoffelsuppe. Schon wieder. Alani murrte. „Mama, die Suppe hängt mir zum Hals raus. Gibt es nichts anderes, dass du...“
Doch sie wurde unterbrochen. „Alani, hör zu. Die Hohen Herren haben die Ration verkürzt. Wir bekommen immer weniger für unsere Erträge. Kartoffelsuppe ist das Billigste und Nahrhafteste das ich kochen kann. Also wirst du das essen oder wohl oder übel verhungern.“
Das war deutlich gewesen. Alani schluckte. Dann kam Wut über sie. Diese verdammten Elben! Pah, Hohe Herren nannten sie sich. Dabei waren sie nichts als eine Horde Verbrecher, die ihren Spaß daran hatten andere Leute in Armut zu halten. Nicht alle Leute, nein. Den Elben hierzulande ging es gut. Nur die Menschen mussten leiden. Tagtäglich war sie diejenige, die mit ihrem Haflinger die Felder umjätete, bepflanzte und erntete, während ihre Mutter sich um das Obst und Gemüse, das im Garten wuchs, kümmerte. Das war eine verteufelt harte Arbeit, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang waren sie beschäftigt damit so schnell wie möglich zu arbeiten um den Mindestumsatz an Erträgen abzuliefern, so dass sie die Hütte und das Feld behalten konnten.
Da Alanis Vater in einem hoffnungslosen Aufstand der Menschen gegen die Hohen Herren sein Leben gelassen hatte, waren Alani und Ranai ganz allein. Doch eines Tages hatte Alani ein junges Pferd entdeckt, das zitternd am ganzen Körper auf einem ihrer Felde lag. Sie durfte es behalten. Es war ein Wallach, und sie nannte ihn Valeran, nach dem Helden aus ihrem Lieblingsbuch.
Valeran war eine große Hilfe als er älter wurde. Er zog alle Geräte für sie und verdiente sich so sein Heu und Wasser. Während sie ihre Kartoffelsuppe schlürfte und sich missbilligende Blicke ihrer Mutter einfing, dachte sie darüber nach, wie die Menschen fern von diesem Ort wohl leben würden. Waren sie frei, das zu tun was sie wollten? Sie hatte die Geschichten gehört, die Wanderer die hier alle paar Jahre einmal vorbei kamen, erzählten, und seufzte. Wie es wohl war, leben zu dürfen ohne die tägliche Angst am nächsten Tag alles zu verlieren?


Die ersten Strahlen der aufgehenden Sonne kitzelten Legolas Wange und er wachte auf. Er hatte entschieden. Er würde gehen. Sogleich warf er die Decke zur Seite, schwang die Beine über den Bettrand und stand auf. Er suchte seine Kleider zusammen, kleidete sich in aller Eile an und verließ dann sein Zimmer in Richtung Thronsaal. Sein Vater war um diese Zeit schon wach, das wusste er aus Erfahrung, und er wollte so schnell wie möglich aufbrechen. Wenn die Botschaft wirklich wahr war, dann hatten sie keine Zeit zu verlieren.


Hier mein Prinz, Euer Pferd“, sagte der Deiner, deutete eine Verbeugung an und drückte ihm die Zügel in die Hand.
Legolas schaute auf. In seine Augen blickten die dunklen Augen seines Hengstes Sahin. Er liebte dieses Tier abgöttisch, war es doch unter seinen Fittichen aufgewachsen und ausgebildet worden. Sahin war ein Vollblut, welche die Elben aus Düsterwald lieben. Er hatte eine sehr außergewöhnliche Farbe, war sein schokobraunes Fell, doch durch einen Dunkelroten Ton ergänzt. In der Sonne glänzte er als sei er aus Kupfer gefertigt.
Sanft pustete Legolas dem Hengst in die Nüstern, lachte auf, als er überrascht seinen Kopf hoch warf und zog dann den Sattelgurt fest. Dann schaute Legolas sich ein letztes Mal um. Niemand war zu sehen außer dem Diener welcher ihm Sahin soeben gebracht hatte, der sich nun auf dem Weg zurück zu den Ställen befand. Von seinem Vater hatte Legolas sich schon verabschiedet, mit dem Versprechen sehr bald mit Klarheit wiederzukommen. Er hatte genügend Proviant in seinen Satteltaschen, ein ausdauerndes Pferd und er freute sich darauf, mal wieder aus Düsterwald herauszukommen.
Er trieb sein Pferd an, und Sahin setzte sich in schnellem Schritt in Bewegung. Pfeifend ritt der Prinz von Düsterwald durch das Tor auf den Hauptpfad, weg von dem Düsterwald, auf nach Lórien, wo sich alles klären würde wie er hoffte.

(Maurynna Kyrissaean)