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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Seelendiebe - Prolog


Das Rascheln der grünen Blätter um ihn herum machte Galadhion, den Wächter des Hauptpfades nach Düsterwald, schläfrig. Die Sonne glitzerte noch ein letztes Mal über dem Bergrand, bevor sie sich schließlich ganz verabschiedete. Galadhion genoss das letzte Lächeln der Sonne auf seinen Wangen und seufzte. Noch vier Stunden Dienst. Luthion, sein Bester Freund und auch Wache, war heute krank und Galadhion hatte sich bereit erklärt seine Schicht zu übernehmen. Mittlerweile bereute er seine Entscheidung. Gerade wollte er sich umdrehen, um nach seinem Wasserbeutel zu greifen, da sah er zwei Gestalten durch das Gestrüpp huschen. Die Tatsache, dass die beiden nicht den Pfad benutzten, kam ihm merkwürdig vor, und statt den Wasserbeutel griff er den Bogen gleich daneben, zog einen Pfeil aus seinem Köcher und beobachtete. Die zwei Gestalten eilten voran, trittsicher und geschickt strichen sie die Zweige aus dem Weg. Galadhion war für die beiden unsichtbar, da der Wachturm taktisch günstig auf einem großen Mallornbaum gebaut worden war, um ungebetenen Besuchern eine Überraschung zu bieten. Sie trugen dunkle Mäntel, die sie hervorragend tarnten, und die untergehende Sonne und somit die sich über den Düsterwald legende Dunkelheit kamen den beiden Gestalten zu Gute. Galadhion musste sich anstrengen, um zu sehen, wohin die beiden Gestalten liefen. Sie wollten in den Düsterwald hinein, das war klar. Dazu aber mussten sie früher oder später an seinem Posten vorbei, denn der Düsterwald war von einer Hecke umgeben, die wie eine Mauer wirkte. Niemand kam hinein und auch nicht hinaus, es sei denn, er benutzte den Hauptpfad. Überflüssig zu sagen, dass für diesen Schutz auch eine gewisse Menge an Magie benutzt wurde. Die beiden Gestalten hielten nun inne und schauten sich hektisch nach allen Seiten um. Sie flüsterten etwas, das Galadhion trotz seiner Elbenohren nicht verstand, und liefen dann weiter. Sie hatten die Richtung geändert und hasteten nun in Richtung Pfad. Sie liefen keine zwei Meter vor der Hecke entlang, anscheinend waren sie sich darüber im Klaren, dass sie nur durch den Hauptfad in den Düsterwald gelangen würden. Galadhion legte den Pfeil auf die Sehne und spannte sie. Er hatte nicht vor zu schießen, bevor er nicht wusste, wer diese beiden Fremden waren. Es konnten zwei Elben sein, die sich nicht jedem zu erkennen geben wollten, genauso gut konnten es aber auch dunkle Gestalten sein, die nun in seine Zielweite kam. Gerade als er den Mund aufmachte um ihnen den Befehl zuzurufen sich zu erkennen zu geben, sirrte ein Pfeil durch die Luft. Verwirrt schaute Galadhion sich um. Es war nicht seiner, und heute Abend gab es nur eine Wache, ihn. Also kam der Pfeil nicht aus dem Düsterwald. Er musste von außerhalb kommen. Ihm konnte er nicht gegolten haben, denn ihn sah niemand. Die Antwort bekam er, als er nach unten schaute. Es war nicht ein Pfeil gewesen, sondern zwei Pfeile. Und sie ragten beide mit grausamer Präzision aus den Herzen der beiden Gestalten, die zusammengesackt auf dem Boden lagen und sich nie mehr rühren würden.
„Wer ist da?“ rief Galadhion mit Furcht in der Stimme.
Trotz seiner ungewöhnlich scharfen Augen konnte er niemanden zwischen den Bäumen ausmachen, der geschossen hatte. Nervös leckte er sich über die Lippen. Was sollte er nun tun? Doch seine Frage wurde beantwortet als er Hufgetrappel hinter sich hörte. Iluvatar sei Dank, Elben aus Düsterwald. Schnell kletterte er vom Mallorn herunter und stellte sich den Kommenden in den Weg. Es waren zwei Wachen, die nach dem Rechten sehen wollten. Galadhion hatte sich in der Vergangenheit oft als Träumer bewiesen, und so traute man seinem Scharfsinn nicht mehr ganz. Er erklärte den beiden eilig, was geschehen war und Galadhion und die jüngere Wache schauten sich die beiden Fremden an. Ein Schock überkam sie, als sie die Kapuzen hinunterzogen. Es waren Elben, Elben aus Lothlórien. Galadhion schaute sich zuerst den Pfeil an, welcher pechschwarz war, am Schaft drei Spitzen hatte und unten eine rote Kerbe. Das sagte ihm nichts, also drehte er den Kopf des toten Elben herum und erstarrte. Galadhion hatte schon viele Tote gesehen, doch dieser hier war der grausamste. Seine Augen waren tiefschwarz, nichts Weißes war mehr zu sehen, die Iris, die Pupille, alles war weg, nur dieses abgrundtiefe Schwarz. Als hätte man ihm die Seele ausgesogen...

(Maurynna Kyrissaean)