Allgemein
Homepage | Aktuell | faq | Tolkiens Romane | Jacksons Verfilmung | Bilder | Musik | Spaß in Mittelerde | Links | Gedichte | Geschichten | Suchen in der website | Chat | Forum |
Gästebuch

Der Roman „Angmar“
Spielregeln | Romanvorgabe | Die Autoren | Eigennamen | Entwürfe (zeitlich) | Entwürfe (nach Personen) | Stand des Romans | Zeittafel

Der Untergang Númenors
Spielregeln | Romanvorgabe | Die Autoren | Eigennamen | Entwürfe (zeitlich) | Entwürfe (nach Personen) | Stand des Romans |
Zeittafel




Film-Satire

In Lothlórien

Die Gefährten wanderten einige Tage, bis sie den Wald von Lothlórien betraten. Plötzlich standen mehrere mit Bögen bewaffnete Elben vor ihnen. Sie alle trugen lange, blonde Haare. Ihr Anführer trat hervor, winkte kurz und sagte: "Halli, hallo, hallöchen! Mein Name ist Haldir, aber ihr dürft mich gerne Haldi nennen. Es hat hier so gut gerochen, dass wir euch im Dunkeln gefunden hätten. Wunderbarer Duft wie... ein Zwerg..."
Gimli errötete.
Legolas guckt grimmig und stellte sich nah an die Seite des Zwergs.
Haldir lächelte erfreut. "Auch du hier, mein lieber Legolas? Wie ich sehe, hast du meinen lieb gemeinten Rat bezüglich deiner Haare beherzigt und trägst sie jetzt lang und blond. Ist es nicht allerliebst, dass wir beide jetzt die gleiche Frisur haben?"
Haldirs Blick fiel wieder auf Gimli. Als Legolas merkte, wie der Elb den Zwerg unaufhörlich anstarrte, ging er auf Haldir zu und packte diesem an den Kragen. So leise, dass nur der Elb es hören konnte, sagte er: "Halt dich bloß von ihm fern. Ich baue gerade eine Beziehung zu ihm auf und er mag mich sehr. Kapiert?"
"Keine Angst", antwortete Haldir. "Wie sagtest du nicht vor einigen Jahren: Lass uns wenigstens Freunde bleiben und schwören, dass nie der eine dem anderen bei künftigen Beziehungen in die Quere kommen wird."
Legolas guckte den lächelnden Haldir noch einmal ernst an und zog seine Hand zurück. Im nächsten Augenblick umarmte er den Elb und flüsterte in sein Ohr: "Ich bin so froh, dich wiederzusehen, Haldi. Ich habe dich lange vermisst, aber ich bin neu verliebt."
"Ich habe dich auch vermisst, Lego", hauchte Haldir. "Aber weißt du, auch ich bin neu verliebt. Es ist Elrond von Bruchtal. Ich dachte, ich hätte nie eine Chance bei ihm, aber weißt du, er steht auf jüngere". Haldir grinste und befreite sich zärtlich aus Legolas´ Umarmung.
Laut, so dass wieder alle mithören konnten, sprach Haldir zu Legolas: "Wie ich sehe, trägst du noch immer die Armbanduhr, die dir die Herrin des Waldes einst schenkte. Galadriel flucht ständig, dass sie das gute Stück nicht selber behalten hat."
"Die Uhr hat mir wertvolle Dienste erwiesen. Doch leider hätten uns die Orks in Moria trotzdem fast erwischt, weil wir nicht schnell genug reagiert haben."
Haldir stutzte. "Orks... mmh. Na ja, die sind ganz nett..."
Die Elben von Lothlórien führten die Gefährten in ihre riesige Baumstadt. Sie bezogen Quartier und wurden dann zu Galadriel und ihrem Gatten Celeborn gebracht.
"Acht Gefährten sehe ich nur, so waren doch aber neun von Bruchtal aus aufgebrochen. Wo ist Gandalf?" fragte Celeborn, der von edler Gestalt war.
Seltsamerweise antwortete ihm niemand von den Gefährten, sondern Galadriel: "Gandalf ist verschwunden in der Dunkelheit und eure Mission steht nun mehr seit je auf des Messers Schneide."
Celeborn schaute Galadriel an: "Häh, woher weißt du denn, was mit Gandalf passiert ist? Du blöde Kuh, hast es wieder allen erzählt, nur mir nicht, was? Wie stehe ich denn jetzt vor unseren Gästen dar?"
"Ich glaub, ich steh im Wald. Du bist doch derjenige, der mir nie zuhört. Natürlich habe ich dir davon erzählt."
Celeborn guckt beleidigt weg und sein Blick fiel auf Aragorn, dem kernigen Helden der Gruppe...
"Nun ja, also warum ich euch erwartete, ist folgendes: Legolas, ich will meine Uhr zurück haben!"
"Aber Herrin, sie hat mir gute Dienste erwiesen und sie war ein Geschenk. Du hattest recht, sobald Orks in der Nähe sind, leuchten ihre Zeiger blau auf."
"So sei es. Behalte die Uhr, doch irgendwann wirst du sie mir freiwillig geben."
Während Galadriel weiter quasselte, hörte Frodo eine Stimmte in seinem Kopf. Es war Galadriels Stimme, die nur er wahrzunehmen vermochte. Willkommen, Frodo Beutlin aus dem Auenland. Hierher gelockt habe ich euch, damit mir Legolas endlich wieder die Uhr gibt, doch will er nicht gehorchen, wie du selber gehört hast. Was soll´s, nur umsonst sollt ihr nicht gekommen sein. Wie wär´s heute Nacht mit einem Treffen unten an der Wasserquelle? Keine Angst, Celeborn, der alte Knacker, wird nichts davon mitbekommen. Der schläft so fest, dass von seinem Schnarchen die Bäume wackeln.
Frodo nickte kaum merkbar in Galadriels Richtung. Die beiden Elben entschuldigten sich schließlich und entließen die Gefährten. Um ihr Quartier zu erreichen, mussten sie die ganzen vermaledeiten Treppen, die sie vorhin mühsam herauf gekreucht waren, wieder hinunter latschen.
Sie ließen sich in oder nahe ihrem Lager nieder oder schauten sich wie die Hobbits die Stadt an.
Boromir sprach zu Aragorn: "Mein Freund, alle Hoffnung habe ich verloren, ich kann sie nicht mehr sehen. Auch hier gibt es kein Pfeifenkraut für uns. Lange werden wir nicht mehr ohne es auskommen können. Ich merke schon, wie meine Hände zittern."
Aragorn lachte sarkastisch auf. "Boromir, was glaubst du, wie es mir geht? Ich war doch der erste, der süchtig wurde und fürwahr - ich glaubte, in Galadriel eine wunderschöne Elbin zu sehen."
"Oh, Aragorn, dann hast du wirklich Entzugserscheinungen."
Der Erbe Isildurs seufzte laut.
"Hast du jemals Minas Tirith, die Weiße Stadt gesehen?" wollte Boromir wissen. "Sie ist das Produktionszentrum Mittelerdes für Pfeifenkraut. Über und über sind ihre Felder bedeckt mit dieser wohltuenden Pflanze."
Aragorn nickt und ein Hauch von Freude war auf seinem Gesicht zu sehen, als er sich an alte Zeiten erinnerte. "Oh ja, einst bin ich in Minas Tirith gewesen. Das erste Mal bin ich dort mit Pfeifenkraut in Kontakt gekommen. Ich habe diese Stadt geliebt, doch ich musste sie verlassen. Wäre ich dort geblieben, wäre ich nicht nur ein süchtiger Krieger, sondern ein süchtiges Wrack wie Saruman."
Legolas kam zu Aragorn und Boromir und fragte, ob sie Gimli gesehen hätte, doch sie verneinten.
Gimli schaute sich in dem Raum um, in dem er sich befand. Viele Spiegel dekorierten das Zimmer, bewegliche und feststehende Spiegel, Wandspiegel oder Handspiegel, die auf mehreren Kommoden verteilt waren. Überall lagen Lippenstifte, Augenschminke und andere Kosmetika herum. Nur ein fahles Licht beleuchtete den Raum.
Haldir hatte Gimli heimlich hierher geschleppt. Oh, man sollte jetzt nichts falsches denken, Gimli fühlte sich sehr zu Legolas hingezogen, aber bis zwischen ihnen beiden mal was passierte, konnten ja noch Jahre vergehen. Da war ein kleiner Flirt zwischendurch doch bestimmt erlaubt...
Haldir klatschte in die Hände. "Nun, Gimli, mein Süßer, ich werde dich heute in die Geheimnisse der Kosmetik einweisen. So wirst du schnell erfahren, wie du mich... äh, Legolas... am besten betören kannst. Am besten, wir fangen gleich an. Setz dich doch auf den Stuhl. Zuerst tragen wir ein wenig Rouge auf deine Wangen und Lippen auf..."
Haldir war eine zeitlang beschäftigt, als er plötzlich jemanden kommen hörte. Er gab Gimli ein Zeichen, still zu sein, und fuhr herum. Dabei verdeckte er mit seinem Körper die Sicht auf den Zwerg. Aragorn stand in der Tür.
"Oh, Haldir, du bist hier..."
Haldir lächelte. "Nenne mich Haldi, Liebster, alle meine Freunde dürfen mich beim Kosenamen rufen."
"Ich suche Gimli. Haldi, hast du ihn gesehen? Na ja, eigentlich sucht Legolas ihn. Er macht sich Sorgen, weil er den Zwerg einige Zeit nicht gesehen hat."
Der Elb verharrte, dann sagte er: "Nun, wie du siehst, ich bin alleine und beschäftigt."
Aragorn warf einen Blick auf die Kosmetika in Haldirs Hand, nickte verwirrt und verschwand.
"Na, da haben wir ja noch einmal Glück gehabt, was, Gimli, Süßer?"
"Hast du gehört, Legolas sucht nach mir? Ist das nicht herzallerliebst?"
Als Haldir Gimli fertig geschminkt hatte, klatschte er und erlaubte diesem aufzustehen und in einen der Spiegel zu sehen. Der Zwerg erschrak, als er sich betrachtete. "Furchtbar", schrie er. "Zwerge sind starke Männer, doch jetzt sehe ich aus wie Saruman nach Hand- und Pediküre, die er vor dem Zubettgehen durchzuführen pflegt."
Haldir guckte ein wenig enttäuscht. "Aber es ist wunderbar. Du siehst wirklich zuckersüß aus...", gab der Elb zur Antwort, doch er wurde unterbrochen.
"Aha, ich wusste es", rief Legolas, der in der Tür stand und Haldir einen bitterbösen Blick zuwarf. "Du hast dich also doch an Gimli rangemacht." Legolas schaute den Zwerg nun genauer an und war begeistert.
"Aber, Lego", begann Haldir. "Ich wollte Gimli doch nur schminken, um seine Attraktivität noch mehr zu betonen. Wie gefällt er dir?"
Legolas schluckte. "Mein Herz vermag nicht zu sprechen, nie war es dem Gimlis so nah."
Und wären Gimlis Wangen nicht mit Rouge geschminkt worden, so dass die geschmeidige Schönheit seines Bartwuchses noch verstärkt wurde, so hätte man sehen können, dass er errötete.
In der Nacht trafen sich Galadriel und Frodo heimlich an der Wasserquelle. Die Elbin nahm ein Gefäß, schöpfte ein wenig Wasser und goss es in eine Schale, die auf einem Sockel nahe der Quelle stand. "Willst du in den Spiegel sehen, Frodo Beutlin? "
Der Hobbit nickte und bestieg mühsam den Sockel, um die Schale ansatzweise sehen zu können. Aus dem seichten Wasser entstanden plötzlich Bilder, erst unscharf und verschwommen, dann wurden sie klar. Frodo sah Legolas und Gimli, wie sie Arm in Arm im Lager schliefen, und erschrak darauf so schwer, dass er hinten über vom Sockel auf den Boden fiel.
"Bei den Haaren auf meinen Füßen - Legolas und Gimli sind... ein Paar?"
Galadriel nickte stumm, bevor sie warnte: "Die Gemeinschaft bricht auseinander, Frodo, wenn ihr morgen nicht weiterzieht, denn Haldir hat Gefallen an Gimli gefunden und Legolas wird dies nicht zulassen, verstehst du? Er wird versuchen, den Ring zu bekommen. Du weißt, wen ich meine: Haldir. Er wird den Ring haben wollen, um Gimli einen Heiratsantrag zu machen."
"Ich gebe dir den Ring, Galadriel!"
"Ich gebe zu, daß ich den Ring lange gewollt habe", rief die Elbin und baute sich vor Frodo auf. Sie wurde grau und weiß und sah aus wie ein zerzauster Besen. Weiter schrie sie: "Ja, ich habe ihn lange gewollt, doch ich brauche ihn nicht mehr. Celeborn und ich haben längst geheiratet, mit einem anderen Ring. Und was ist? Der Kerl schnarcht, hört mir nie zu und merkt nicht, wenn ich mich für ihn schön gemacht habe. Ringe bringen nur Unglück, Frodo Beutlin." Galadriel sah nun wieder normal aus und wurde ruhig. "Ich habe widerstanden", flüsterte sie. "Was für ein Glück, sonst hätte ich mich womöglich in die nächste unglückliche Ehe gestürzt."
Am nächsten Morgen wurden die Gefährten von Celeborn, Galadriel und Haldir verabschiedet. Sie hatten der Gruppe einige Boote geschenkt, mit denen sie viele Meilen flußabwärts reisen konnten. Während Haldir traurig hinter Gimli herblickte, hatte Galadriel jedem der Gefährten ein Geschenk gemacht. Der Abschied verlief kurz und bald saßen die Freunde in ihren kleinen Schiffen, um Lothlórien hinter sich zu lassen.
Legolas und Gimli teilten sich eines der Boote. Der Elb saß hinten und vor ihm geschmiegt hatte sich der Zwerg niedergelassen. "Eines verstehe ich nicht", schnaubte Gimli. "Wieso hat dir Galadriel damals diese teure Uhr geschenkt und mir nur einige ihrer splissigen Haare?"

(Heike)