Allgemein
Homepage | Aktuell | faq | Tolkiens Romane | Jacksons Verfilmung | Bilder | Musik | Spaß in Mittelerde | Links | Gedichte | Geschichten | Suchen in der website | Chat | Forum |
Gästebuch

Der Roman „Angmar“
Spielregeln | Romanvorgabe | Die Autoren | Eigennamen | Entwürfe (zeitlich) | Entwürfe (nach Personen) | Stand des Romans | Zeittafel

Der Untergang Númenors
Spielregeln | Romanvorgabe | Die Autoren | Eigennamen | Entwürfe (zeitlich) | Entwürfe (nach Personen) | Stand des Romans |
Zeittafel




Film-Satire

Der Große Strom

Die Gefährten reisten viele Tage in ihren Booten. Legolas und Gimli nutzten die Tatsache, dass sie sich ein Boot teilten, für ihre Zweisamkeit aus. Als der Elb den Zwerg einmal ausgekitzelt hatte, wäre letzterer beinahe ins Wasser geplumpst. Gimli war furchtbar aufgeregt und beleidigt gewesen, denn Zwerge hassten Wasser. Aber als sich Legolas von hinten sanft an ihn geschmiegt hatte und ihm leise ins Ohr flüsterte, dass er der erotischste Zwerg sei, der ihm je begegnen ist, war Gimli wieder versöhnt gewesen.
"Die Argornath", schrie Aragorn plötzlich, sprang auf und hüpfte wie ein kleines Kind umher.
"Bist du bescheuert, Aragorn?", fragte Frodo wütend, der sich wie Sam an das gefährlich wackelnde Boot festkrallte.
"Oh", brachte der Krieger nur hervor und setzte sich wieder, so dass sich das Boot beruhigte. "Es ist nur... wie lange habe ich mir gewünscht, diese Könige zu sehen?"
Die Gefährten fuhren an den beiden Kolossalstatuen vorüber, die beidseitig am Ufer standen.
"Sie sehen so edel aus", sagte Gimli, und Legolas, in dessen Armen der Zwerg lag, meinte: "Doch nicht so edel wie du, mein Zuckerschnäuzchen."
Gimli lachte dröhnend, während Legolas zurückschreckte und sich fragte, ob er eben recht gehabt hatte.
"Schau mal, Boromir, eines der Augen des linken Argornath ist grün", erkannte Merry.
"Oh ja", erwiderte Boromir, "diese elenden Schmierfinken sind überall."
"Welche Schmierfinken?"
"Na, diese arbeitslosen Waldläufer, die den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als mit ihren Spraydosen unsere Bauwerke zu verschandeln."
Aragorn blickte giftig zum Boot Boromirs hinüber, doch sprach er nichts.


Wenig später ordnete Aragorn an, an Land zu gehen, die Boote zu verstecken und zu Fuß weiterzugehen.
"Ach ja?", grummelte Gimli. "Einfach mal einen Weg durch Emyn Muil finden? Ein unwegsames Labyrinth mit rasiermesserscharfen Felsen? Und danach, oh ja, es wird noch besser, die stinkenden Sümpfe, so weit das Auge sehen kann."
Legolas ging in die Hocke und küßte den Zwerg auf die Wange. "Wenn es nicht sein müßte, würde Aragorn diesen Weg nicht wählen. Reg dich also nicht auf und genießen wir noch ein wenig die Zweisamkeit, während wir rasten."
"Sollten wir nicht sofort weitergehen?" fragte Boromir.
Aragorn verneinte. "Die Orks verfolgen uns am Ostufer. Warten wir also auf die Dunkelheit."
Nach einer Weile ging Aragorn durch ihr Lager und bemerkte, dass Boromir und Frodo fehlten. Er verfolgte ein Rascheln, welches hinter einem kleinen Felsen herkam, und schlich sich an. Mit einem Satz sprang er hervor und zog sein Schwert, dessen Klinge sich an Gimlis Hals legte.
"Oh", flüsterte Aragorn peinlich berührt, als er den nackten Zwerg und den nackten Legolas vor sich liegen sah.
"Was ist?", fragte Legolas, dem Gimli die Augen verbunden hatte.
"Na wunderbar", rief der Zwerg, "ist man hier nirgendwo ungestört? Jetzt glotz doch nicht so blöd, hast du noch nie einen nackten Zwerg gesehen?"
"Äh, doch... äh nein, natürlich nicht", stammelte Aragorn, steckte sein Schwert wieder in die Scheide und verschwand. Er teilte den anderen Gefährten mit, dass Boromir und Frodo nicht im Lager waren.


Boromir sammelte abseits des Lagers Feuerholz, als er auf den umherwandernden Frodo traf, der Pfeifenkraut rauchte.
"Niemand von uns sollte alleine rauchen gehen, am allerwenigsten du. So viel hängt von dir ab, nachher stirbst du an einer Überdosis... Frodo? Ich weiß, warum du die Einsamkeit suchst. Du leidest. Ich sehe es jeden Tag. Das Pfeifenkraut wird immer weniger, seit Gandalf mit dem großen Vorrat bei Balrog geblieben ist. Bist du sicher, dass du nicht sinnlos leidest? Es gibt andere Wege, Frodo. Andere Pfade, die wir nehmen könnten."
Frodo betrachtete Boromir argwöhnisch. "Ich weiß, was du sagen willst, und es scheint weise zu sein, nach Minas Tirith zu gehen, um mit der Macht des Ringes noch mehr Pfeifenkraut zu produzieren, als es die Stadt ohnehin schon tut. Aber mein Herz warnt mich."
"Warnen? Wovor? Wir alle haben Angst, Frodo, aber welche Hoffnung haben wir? Siehst du nicht, dass es verrückt ist?"
"Es gibt keinen anderen Weg!"
"Ich will doch nur mein Volk beschützen, leih mir den Ring...". Boromir kam dem Hobbit bedrohlich nahe.
Frodo ging langsam zurück. "Nein! Ihr habt genug Pfeifenkraut, Minas Tirith ist das Zentrum, ihr braucht nicht mehr!"
"Warum schreckst du vor mir zurück? Ich bin kein Dieb!"
"Du bist nicht mehr du selbst, du bist süchtig, dein Geist gehorcht deinem Körper und nicht dein Körper deinem Geist! Mach eine Entziehungskur!"
Boromir warf wuchtig das gesammelte Feuerholz zu Boden. "Was glaubst du, was wir für eine Chance haben? Sie werden dich finden, den Ring stehlen und Sauron wird der Herr über das ganze Pfeifenkraut werden. Und du wirst um deinen Tod betteln, bevor das Ende da ist. Du wirst die Entzugsqualen nicht aushalten. Du bist ein Dummkopf."
Boromir ging wieder auf den zurückweichenden Frodo zu. "Er sollte MIR gehören. Gib mir den Ring. Gib ihn mir!"
"Nein!" schrie der Hobbit, schubste den Krieger von sich weg und zog den Ring über seinen Finger.
"Ich sehe, was du vor hast, Frodo. Du wirst den Ring Sauron bringen und uns verraten. Es wird dein Tod sein und der Tod von uns allen. Du seist verflucht und mit dir alle Halblinge!"
Der unsichtbare Frodo schlug Boromir noch einmal und es gelang ihm endlich wegzurennen. Boromir stand benommen auf. "Was...? Frodo? Frodo! Was habe ich getan? Beim Barte meiner Großmutter, Frodo hat recht. Ich bin nicht mehr ich selbst, ich muss zur Entziehungskur. Doch vorher muss ich ihn finden und es ihm mitteilen, damit er nicht in sein Unglück rennt aus Angst vor mir."

(Heike)