Allgemein
Homepage | Aktuell | faq | Tolkiens Romane | Jacksons Verfilmung | Bilder | Musik | Spaß in Mittelerde | Links | Gedichte | Geschichten | Suchen in der website | Chat | Forum |
Gästebuch

Der Roman „Angmar“
Spielregeln | Romanvorgabe | Die Autoren | Eigennamen | Entwürfe (zeitlich) | Entwürfe (nach Personen) | Stand des Romans | Zeittafel

Der Untergang Númenors
Spielregeln | Romanvorgabe | Die Autoren | Eigennamen | Entwürfe (zeitlich) | Entwürfe (nach Personen) | Stand des Romans |
Zeittafel




Film-Satire

Der Ring geht nach Süden

"Wir müssen diesen Weg nehmen", erklärte Gandalf, "vierzig Tage westlich des Nebelgebirges. Wenn wir Glück haben, werden wir die Pforte von Rohan erreichen und von dort nach Mordor weiterreisen können."
Die Gefährten wanderten lange Tage durch Täler und über Berge. Irgendwann rasteten sie im Gebirge und schlugen ein kleines Lagerfeuer auf. Aragorn setzte sich auf einen Felsen, zündete sich eine Pfeife an und beobachtete - Sam und Frodo taten es ihm nach -, wie Merry und Pip zusammen mit ihren Schwertern gegen Boromir kämpften. Legolas hüpfte elegant wie eine Assoluta auf einen Felsen und suchte edel wie ein sterbender Schwan den Himmel nach möglichen Auffälligkeiten ab. Gimli seufzte bei diesem Anblick.
Als niemand guckte, begab sich Aragorn zu Gandalf, der es sich etwas abseits bequem gemacht hatte.
"Du gibst es zwar nicht zu, alter Freund, doch ich werde den Verdacht nicht los, dass du einen sehr großen Pfeifenkrautvorrat mit auf die Reise genommen hast."
Der rauchende Gandalf guckte irritiert und paffte dem Krieger eine riesige Qualmwolke ins Gesicht. "Sehe ich etwa aus wie einer der neun Krautgeister?"
"Ich brauche nur ein paar Blätter, Gandalf. Ich gebe dir das hier." Aragorn hielt dem Zauberer die Kette hin, die Arwen ihm in Bruchtal gegeben hatte.
"Arwen wird nicht sehr erfreut sein."
"Sie wird es nie erfahren. Außerdem wird sie mich eh verlassen, wenn sie in Helms Klamm erfährt, dass ich endgültig impotent bin. Nur das Pfeifenkraut belebt noch meinen... meinen... meine Geister."
Gandalf erhob sich, lief drei Schritte und drehte sich noch einmal zu seinem Freund um. "Tut mir leid, Aragorn, aber mein Vorrat ist nicht größer als Eurer, und ich werde ihn mir gut einteilen."


Dann ging der Zauberer zu den Hobbits und Boromir, die noch immer kämpften. Zu dem Krieger und Merry und Pippin rief er: "Toll – Kinders!"
"Wenn mich jemand nach meiner Meinung fragen würde", sprach Gimli, "was natürlich niemand tut, würde ich sagen, dass wir durch die Minen von Moria gehen. Gandalf, mein Cousin Balin würde uns königlich empfangen!"
"Wie gesagt, es hat dich niemand nach deiner Meinung gefragt, Zwerg. Solange wir eine andere Wahl haben, umgehen wir Moria."
Gimli stapfte davon und grummelte vor sich hin. Als Legolas dies sah, sprang er mit einer vierfachen Pirouette von seinem Beobachtungsposten und landete sanft wie eine Ballerina neben dem Zwerg. "Nicht sauer sein, Gimli. Gandalf ist nur etwas..."
"Zugekifft, ich weiß. Menschen sind doch alle gleich, sie sind schwach und jeder Versuchung erlegen."
"Und Elben?"
"Bahh, ich hasse Elben, ihr seid alles langhaarige Weicheier, keine harten Kerle unter euch."
"Doch sind wir weder schwach noch jeder Versuchung erlegen."
Gimli lachte los. "Welche Versuchung?", grölte er. "Eure Männer tragen rosafarbene Gewänder und maniküren ihre Fingernägel, während eure Öko-Frauen transusig durch die Gegend laufen und irgendwelchen Wanderern, die Bruchtal oder Lothlorien passieren, gepuderte Kekschen und Baldriantee mit Nelkenblättern anbieten."
Der Zwerg ließ Legolas stehen und lachte schallend über seinen eigenen Witz. Ich dachte, ich wäre eine Versuchung, seufzte der Elb in sich hinein.


"Was ist das?" wollte Sam wissen, der mit seinem Finger in den Himmel zeigte.
"Sieht aus wie ein weiches Wattebäuschchen der Elben", grinste Gimli, "doch es ist nur eine Wolke.
Boromir und die Hobbits hatten mit dem Kämpfen aufgehört. Der Krieger aus Minas Tirith schüttelte den Kopf: "Keine Wolke. Es ist schneller und bewegt sich gegen den Wind."
"Crebain!" rief Legolas.
"Spione Sarumans", erklärte Gandalf. "Der Süden wird also überwacht, wir müssen daher den Caradhras nehmen!"
Die Gefährten bauten ihr Lager ab und machte sich fertig für die Besteigung des Caradhras. Gimli schaute dem leichtfüßigen Legolas hinterher und konnte zum ersten Mal eine gewisse Bewunderung nicht unterdrücken.


Der Anstieg zum Caradhras war hart, denn das Gebirge war in diesen Höhen mit einer tiefen Schneeschicht bedeckt. Plötzlich fiel Frodo hin und verlor dabei den Ring, den Boromir aufhob.
"Boromir!", forderte Aragorn den Krieger zur seiner Rückgabe auf.
"Ist es nicht komisch? Soviel Leid und Furcht für dieses kleine Ding. Nur so ein kleines Ding."
"Boromir! Gib Frodo den Ring zurück."
"Oh, der heldenhafte Aragorn, der natürlich in keinster Weise pfeifenkrautabhängig ist und daher auch ganz und gar nicht den Ring begehrt... Wie du wünschst."
Frodo nahm den Ring entgegen.


Das Wetter wurde immer schlechter und auf dem Caradhras ging es nur schleppend voran. Ein eisiger Wind wirbelte den Schnee den Gefährten entgegen, die nur mühsam ihre Mäntel und Kapuzen halten konnten. Nur Legolas lief ihnen leichfüßig und ohne in den Schnee zu versinken voraus.
Eine laute Stimmte erschallte von irgendwo aus den Wolken her: So so, Gandalf, du versuchst, sie über den Caradhras zu führen. Und wenn dein Plan fehlschlägt, was wirst du dann tun? Wenn der Berg dich besiegt, wirst du dann den gefährlicheren Weg riskieren?
"Eine Stimme", stelle Legolas fest.
"Sag bloß", antwortete ihm Gandalf giftig. "Es ist Saruman!"
"Saruman? Ich denke, ihr ward mal zusammen, und jetzt macht er dir die Hölle heiß?"
"Eher meinen Hintern kalt. Und jetzt lassen wir das Thema."
"Er versucht, den Berg zum Einsturz zu bringen", schrie Aragorn so laut er konnte, um das Schneegestöber und den Wind zu übertönen. "Wir müssen umkehren!"
"Nein!" rief Gandalf.
Lost Caradhras, sedho, hodo, nuitho i 'ruith. Cuiva nwalca Carnirasse; nai yarvaxea rasselya; talhira notto-carinnar!
"Wir müssen weg", schrie Boromir. "Wir müssen die Pforte von Rohan oder meine Stadt nehmen!"
"Die Pforte von Rohan ist zu nah an Isengard."
Der halbeingeschneite Gimli wiederholte seinen Vorschlag, indem er die Minen von Moria als einzigen Weg anbot, der ihnen jetzt noch blieb.
Moria. Ihr fürchtet diese Minen. Die Zwerge haben zu gierig und zu tief gegraben. Du weißt, was sie in der Dunkelheit von Khazad-Dûm erweckt haben. Schatten und Flammen, das Grauen.
"Oh ja", flüstere Gandalf. Laut sagte er: "Der Ringträger soll entscheiden... Frodo!"
Mit seinem Trauerweidenblick, den der Hobbit seit Verlassen des Auenlandes sein Eigen nannte, antwortete er: "Wir gehen durch die Minen!"
"So sei es!"

(Heike)