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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel





Beleriand

Eine Kritik an der Verfilmung und ein Lobgesang auf die gute alte Zeit, wie es scheint:


Man braucht dreihundert Seiten, um durch Beleriand zu kommen.
Man hat viel zu lesen, von Falas am Belegaer bis zu den Ered Luin, den blauen Bergen, im Osten, der jetzt Westen ist.
Dreihundert Seiten. Und was ist davon übrig?
Das mickrige Lindon, ganz im Westen, wo der stolze Dreiteiler beginnt.
Und nicht mal das haben sie richtig stehn lassen können, bei ihrem Wüten.
Zwei Zentimeter am Fuß der blauen Berge, die der Lûhn geteilt hat.
Gerade mal zwei Zentimeter sind übrig, vom mächtigen Beleriand.
Dreihundert Seiten. Und sie sind weggespült.
Von den Valar verrissen. Eingestürzt. Die halbe Welt.
Eingestampft und zertreten, Thingols Wälder und die Reiche der Noldor.
Und dann verschlungen von Ulmos Meeren,
dass nichts mehr wieder aufzubauen ist, nichts mehr zu retten.
Nichts mehr zu retten von Beleriand.
Ich will mit meiner Rede nicht Melkor verteidigen, noch seine Schuld vermindern.
Ich war bei jedem seiner grauenvollen Taten zugegen. Ich weiß, wer er ist.
Morgoth Bauglir. Verderber alles Schönen.
Aber dennoch war der Preis zu hoch. Der Zorn der Valar zu groß, zu gründlich, dass Beleriand geopfert werden musste.
Vergangen ist Doriath und das Gras, auf dem Lúthien tanzte, vergangen ist der Wald von Nan Elmoth, wo Melian für Elwe Singollo sang. Verdorben ist nun Gondolin, wo Earendil geboren wurde, der den Silmaril an den Himmel stellte und vorbei ist es mit Dor-Lómin, wo Túrins Väter wohnten.
Dies alles ging unter in Ulmos nassem Reich und liegt nun vergessen auf dem Grund von Arda und ist niemals mehr zu reparieren.
Es scheint ja auch die göttliche Standardlösung schlechthin zu sein, die Länder der Konflikte einfach im Meer verschwinden zu lassen, wie man es später an der Akallabêth von Númenor sah. Aus den Augen, aus dem Sinn.
Ich kann die Schwärmereien der jungen Leser des Dreiteilers nicht mehr hören, die da von Lórien singen, als sei es Doriath, oder von Minas Tirith sprechen, als sei es zu vergleichen mit Gondolin. Sie haben nichts gesehen von Beleriand. Sie haben es nie gelesen.
Sie beginnen mit dem Dreiteiler in diesem kleinen Nest in Eriador und wundern sich nicht einmal, warum Mittelerde jetzt so kurz ist. Sie kennen es ja nicht anders.
Und hier stehe ich jetzt, auf den letzten zwei Zentimetern von Lindon, am westlichen Meer.
Das ist alles, was von Beleriand noch übrig ist, das hinter mir versank. Zwar habe ich überlebt, bin trockenen Fußes hier angelangt, aber bin ich von nun an heimatlos in Mittelerde.
Was soll ich also tun? Die Geschichte vom Krieg der Ringe kenne ich schon. Und ich will sie nicht schon wieder erleben.
So werde ich wohl diesmal nach Mithlond wandern und dort bei Círdan warten, bis sie´s hinter sich gebracht haben und hier her kommen, Galadriel, Gandalf und die Halblinge, oder noch besser, ich warte, bis sie den Film fertig gedreht haben und sehe ihn mir dann im Kino an.
... Oh Beleriand
(Nelkharz)