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Gästebuch

Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Die Sorgen des Königs

Melli war ein Hobbit. Und genau wie jeder Hobbit liebte er das einfache Leben, Essen, Trinken, Gesang und Gelächter. Der Unterschied zu seinen Verwandten war der, dass er viele Meilen entfernt von ihnen lebte, weit im Norden, in einer Gegend, in der dieses Volk sonst nicht zu Hause war. Und er lebte auch nicht in einer Höhle wie die Mehrzahl der anderen Hobbits damals, sondern in einem großen Haus. Genau genommen war es mehr als nur ein Haus, es war das Schloss von König Arveleg dem Ersten in Fornost, der Hauptstadt von Arthedain. Melli gehörte zum Hofstaat des Königs und lebte entsprechend angenehm, das einzige was ihm fehlte war nur ein wenig Gesellschaft von seinesgleichen.
Sein Alltag war recht abwechslungsreich: Mit den Bediensteten des Schlosses stand er auf gutem Fuß, in der Küche und in der Bibliothek des Schlosses ging er aus und ein, abends unterhielt er die Gäste, aber am Vormittag speiste er mit dem König und beriet ihn. Es ist nicht so, als wäre Melli ein Weiser gewesen, oder ein Genie. Er war gewissermaßen die Stimme des einfachen Mannes. Und er war mehr als das, er war des Königs Freund. Nur wenige wussten um die Vertrautheit der beiden und kannten ihre gemeinsame Geschichte, wie der König während des Krieges gegen Cardolan in eine ihm unbekannte Gegend gekommen und dort in einen Hinterhalt von Räubern geraten war. Schwer verwundet glaubte er schon, sein letztes Stündlein habe geschlagen. Doch in dieser Gegend lebten kleinwüchsige Wesen, die sich aus den Streitigkeiten der Menschen heraus hielten: Hobbits.
Waldo, ein Bauer, der gerade vom Feld kam, sah den reglosen Körper eines schwer verwundeten Menschen am Wegrand liegen. Doch er ging vorüber und musste diese Neuigkeit erst einmal in seiner Stammkneipe "Zum grünen Frosch" verkünden. Melli, Waldos Nachbar, war auch anwesend und, als er Waldos Geschichte gehört hatte, ereiferte sich: "Du hast dem Fremden nicht geholfen, Nachbar?"
Doch dieser erwiderte nur: "Was gehen uns die Menschen an? Die Zeiten sind hart genug!"
Melli jedoch war entsetzt: "Welche Rolle spielt für dich die Zugehörigkeit zu einem Volk? Auch wenn er einer der Großen ist, dürfen wir ihn nicht einfach auf der Straße liegen lassen.“
Doch er bekam von den anderen Gästen keine Unterstützung. Da sagte er: „Und wenn ihr alle so denkt wie Waldo, ich tue es nicht, sondern gehe nun und sehe nach, ob ich helfen kann." Und schon war er weg.
Melli konnte tatsächlich helfen. Er brachte den Verwundeten in seine bescheidene Höhle und pflegte ihn, ohne zu wissen, wem er ein Obdach gab. Arveleg wurde bald gesund und hatte dabei Zeit, diesen ungewöhnlichen Halbling näher kennen zu lernen. Die Zeit seiner Genesung war für den König auch eine Zeit der Läuterung und Reifung. Er erkannte, wie flüchtig und unberechenbar das Leben war. Denn wer rechnete schon mit einem Hobbit? Und er erkannte, dass ein König nicht allein auf militärische Stärke bauen konnte, sondern vielmehr auf gute und verlässliche Freunde.
Es war nun nicht verwunderlich, dass die anderen Hobbits Melli von nun an argwöhnisch betrachteten. "Der mit den Großen gemeinsame Sache macht", war von da an der etwas abschätzige Beiname für ihn.
Der Kontakt zwischen Melli und dem König von Arthedain riss nicht ab. Wenn ein Bote in der Nähe der Hobbitsiedlung war, brachte er Briefe vom Arveleg und nahm die Antworten des Hobbits gleich mit. Später erhielt Melli vom König das Angebot, nach Fornost zu ziehen und auf unbestimmte Zeit Gast in seinem Hause zu sein. Geschenke hatte Melli immer abgelehnt, aber da sie inzwischen Freunde geworden waren, konnte er das Angebot des Königs ohne Scham annehmen.
Eines Tages als der König mit dem Hobbit beim Tee zusammen saß, fiel Melli auf, dass sein Gegenüber besorgt aussah, also fragte er ihn: „Arveleg, mein Freund, ich lese in deinem Gesicht, dass dich etwas bedrückt. Heute morgen hast du mir freudig von der baldigen Ankunft deines Sohnes berichtet. Was hat denn nun diese Miene zu bedeuten, die die Milch sauer werden läßt?“
„Ach, Melodor, mein Freund! Ja ich freue mich, dass die Zeit der Trennung von meinem Sohn Maglin bald vorüber sein wird. Aber ich mache mir Sorgen, was seine und unsere Zukunft bringen mag. Fast habe ich den Eindruck, er wäre zu spät geboren. Ich wünsche ihm eine ruhigere Zeit als die unsere. Es gibt Anzeichen dafür, dass Angmar seine Truppen vertärkt. Und auch Arthedain sollte endlich zu seiner alten Einheit und Stärke zurück finden. Heute vormittag hatte ich eine Unterredung mit Fürst Amarod, er möchte seine Verbundenheit zu Arthedain bekräftigen, auch wenn er nicht numenorischer Abstammung ist.“
„Na, das ist doch großartig“, erwiderte Melli.
„Ja, großartig wäre es, wenn er keine Bedingungen stellen würde. Aber er möchte unsere Verbundenheit durch die Heirat zwischen seiner Tochter und Maglin besiegeln.“
<< Wird fortgesetzt !!! >>
(tomtom)