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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Sam und Rosie

Offenbar hat Tolkien manchmal Semesterarbeiten seiner Studenten benutzt, um Geschichten, die ihm während der langweiligen Korrigierarbeit in den Sinn kamen, festzuhalten. So meldete sich ein Robert Orger aus Southampton, dessen Großvater F. Orger in den dreißiger Jahren bei Tolkien studiert hatte. Beim Durchsehen des Nachlasses stieß Orger auf eine Examensarbeit, die auf den Rückseiten der Blätter Texte in Tolkiens Handschrift trug. Dazu hatte sein Großvater gekritzelt: "That's the kind of stuff Prof. T. writes in his spare time. Ha!"
Die Blätter wurden letztes Jahr in einer Auktion bei Christie's von einem anonymen Bieter ersteigert. Neuseeländische Reporter deckten jetzt auf, dass der Käufer Peter Jackson ist, der das Textfragment in seinem Film verwenden wird. Es handelt sich um eine Szene, die ins erste Buch von LotR passt, noch bevor die Hobbits das Auenland verlassen. Der Text ist in der Auckland Press erschienen und wird sicher bald ins Internet kommen. Ich gebe hier eine (nicht autorisierte) Übersetzung ins Deutsche:
[die Szene scheint in einem Heuschober irgendwo um Hobbiton zu spielen]
"Du wirst bald mit Herrn Frodo weggehen, nicht wahr, Sam?"
"Ja Rosie, das muss ich. Er braucht mich da draußen in der Fremde."
"Aber du willst es auch selbst. Du willst in ferne Länder ziehen, du willst Elfen sehen..."
"Elben, Rosie, das heißt Elben," verbesserte sie Sam. Er klatschte mit der flachen Hand auf seinen Hals und hielt ihr das Tier hin, das ihn umschwirrt hatte. "Das sind Elfen, Rosie. Lästige Plagegeister, mit Flügeln, wie Mücken."
Er schnippte die verdatterte Elfe in den nächsten Busch, "Und dass du mir in dieser Geschichte nur ja nicht nochmal auftauchst, hörst du!" rief er ihr nach.
Dann wandte er sich wieder Rosie zu, die ihm tief in die treuen, braunen Augen sah.
"Liebst du mich auch wirklich, Sam?"
"Aber ja doch, Rosie."
"Dann zeig's mir."
Sam umarmte sie schüchtern und gab ihr einen schlecht gezielten Kuss auf die Wange.
"Und? War das etwa alles, Sam?" fragte sie enttäuscht.
"Äh..., ist das denn nicht genug?"
"Da hat mich der junge Sandyman ja schon feuriger geküsst."
"Was?" fuhr Sam hoch. "Sandyman? Sandyman? Mit dem hast du-- Hast du mit dem etwa-- Was hast du mit dem gehabt?!?"
"Aber Sam! Beruhig dich, Liebster! Das war doch nur Spaß," kicherte Rosie, "Ich wollte sehen, ob du eifersüchtig wirst. Jemandem wie Sandyman würde ich nicht mal die Hand geben, das solltest du eigentlich wissen."
...
[unleserliche Stelle wegen eines Tintenflecks]
...
"Wenn du mich wirklich liebst, dann musst du mir beweisen, dass du ein echter Mann bist." Sie strich mit ihren Zehen zärtlich über Sams Fuß, bis sich seine Haare kräuselten. Die Reaktion gefiel ihr.
"Ach, Rosie," stotterte der errötende Sam, "Ich bin doch... ich hab' doch noch nie... ich meine, ich hab das doch nur bei den Ponies und Hunden gesehen..."
"Die Ponies und Hunde machen's immer nur von hinten, Sam. Bei uns Hobbits ist das anders." Langsam zog Rosie ihren Rock hoch und gab Sam freien Ausblick auf ihre behaarten Füße, ihre kräftigen Waden, ihre weißen Schenkel, ihre ebenfalls wollig behaarte...
Sam bekam Glubschaugen und musste sich plötzlich mit beiden Händen an Rose festhalten. "Aber Rosie, du trägst ja gar nichts drunter."
"Ich wusste doch, dass ich dich treffen würde. Da habe ich mich vorbereitet." Langsam ließ sie sich hintenüber ins weiche Heu sinken, gleichzeitig knöpften ihre flinken Finger Sams Hose auf.
Sam kam sich machtlos vor gegenüber soviel weiblicher Strategie. Im gleichen Maße, wie er sich jetzt ganz intensiv zu Rosie hingezogen fühlte, wünschte er sich aber auch weit weg. Weg von Bindungen, weg von gefühlsmäßigen Komplikationen, weg von der Angst, sexuell zu versagen, auf eine lange Reise, eine unbeschwerte Wanderung ins Elbenland, da draußen, wo es eine ganze Welt zu entdecken galt.
Aber Rosie hatte seine schwellende Männlichkeit jetzt fest im Griff und steuerte ihn sicher ins Ziel. Dann geschah alles wie von selbst und es war Sam, als sei es schon immer so gewesen.
Sinnlichkeit und Wollust und ein mächtiger Orgasmus überkamen Sam, und seine Sinne schwanden in einer großen Dunkelheit.
"So endet meine Jungfräulichkeit, wie ich es mir vorgestellt hatte", sagte sein Denken, als es eben davon flatterte; und es lachte ein wenig in ihm, ehe es floh, fast fröhlich anscheinend, weil es endlich allen Zweifel und Sorge und Angst abschütteln konnte. Und als es sich eben empor schwang in Vergessenheit, hörte es Rosies Stimme, und sie schien in irgendeiner vergessenen Welt hoch oben zu schreien: "Ich komme, Sam! Ich komme! Oh Sam, ich komme, ich komme!"
Noch einen Augenblick verharrte Sams Denken. "Ja, ich glaube, ich bin auch gekommen. Wir sind zusammen gekommen. Was für eine großartige Erfahrung! Das hier war meine Jungfräulichkeit, und nun ist sie zu Ende."
Und sein Denken floh in weite Ferne, und seine Augen sahen nichts mehr.
Ein Fuchs, der in eigener Sache durch den Wald zog, blieb einige Minuten am Heuschober stehen und schnüffelte. "Hobbits!" dachte er. "Ja, ja, das Übliche. Jetzt ist ihre Haupt-Paarungszeit. Aber dass sie es bis zur Bewusstlosigkeit treiben wie diese beiden, habe ich selten erlebt. Da steckt etwas höchst Sonderbares dahinter."
Er hatte ganz recht, aber niemals hat er mehr darüber herausgefunden.
[damit endet das Fragment. Es folgt ein Satz in weiblicher Handschrift, wahrscheinlich von Edith:]
John, das kannst du den jüngeren Lesern nicht zumuten. Und lass dich nicht immer von unseren eigenen Bettgeschichten inspirieren. Aber ein paar der Formulierungen sind wirklich sehr gut, die solltest du an anderen Stellen verwenden.

(Hier sind noch mehr satirische Texte von Alex)