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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Der große Überlandhandel
Die Nacht war vorüber als sie eines Morgens ein wild zerklüftetes Gebirge erreichten. Ein fahler Tag war angebrochen und es nieselte ein wenig aus den Wolken. Sie waren in die Nähe eines Flusses gelangt und hatte dabei in ihrer Panik vor dem Gaur die Gegend im Osten erreicht, das Land wilder Menschen, genannt Dorwinion. Seit geraumer Zeit gab es einen beginnenden Überlandhandel von Menschen des Westens mit den Menschen des Ostens. Dadurch hatte der Osten an Macht gewonnen. Nun war im Jahr 400 des Vierten Zeitalters Delmehter im Osten entstanden. Jeder der hier Regierenden trachtete auf seine Weise nach Macht. Es entstanden vereinzelt Bastionen mit Dienern des Dunklen, welche sich zunächst in kleinen aber stetig ansteigender Anzahl zusammentaten. Mitten in Gedanken versunken erschrak Tawar plötzlich, als sie Halt machten. „Warte“, unterbrach Tawar Alissiand.
Die Pferde wurden unruhiger. Da erkannte sie, was der Grund hierfür war. Mitten im Gebirge waren Pfotenabdrücke, größer als die eines hiesigen Wolfes oder als die Wölfe Isengarts zu Sarumans Zeit. „Er ist hier in dieser Gegend?“ fragte sie verunsichert.
Tawar nickte und fügte nur ein „hmmm“ hinzu.
Da der Gauer jedoch noch einige Tage oder vielleicht gar eine Woche zur Heilung der Pfeilwunde benötigte, konnten die Reisenden einigermaßen beruhigt durch die Gebirgspfade reiten. Nach einem Tag hatten sie das Gebirge hinter sich. Tawar schlug am Ufer eines kleinen Baches das Lager auf. Die Wunde an Alissiands Oberschenkel, welche dem Anschein nach zu heilte begann, brannte nun doch erneut wie Feuer und war durch den langen Ritt auf Valoriens Rücken wieder leicht aufgebrochen. Wie benommen irrte sie umher, als sie in sich zusammenbrach. „Alissiand!“ erschrak Tawar.
Er eilte ihr zur Hilfe und brachte sie gestützt auf ihr Lager. „Ruhe dich erst aus, ich werde morgen einen Weg für uns auskundschaften“, beruhigte er sie mit leisen Worten.
Er plante einen der Ostmenschen um Rat und auch um etwas zu Essen zu bitten, da ihre Vorräte aufgebraucht waren. Tawar musste sich gewahr sein das Ostmenschen nicht gerade als gastfreundlich galten und zeitweise als unerwartet bösartig galten. Doch wollte er sich die Möglichkeit nicht entgehen lassen einen zu Gesicht zu bekommen, welcher nicht ganz so den Geschichten entsprach. In dieser Nacht konnte sie kaum ein Auge schließen so schmerzte ihr das Bein.
Am nächsten Morgen, die Sonne war bereits aufgegangen und erhellte den Morgenhimmel, verabschiedete sich Tawar von Alissiand. „Bleibe hier und warte auf mich, ich werde, wenn mir das Schicksal hold sein wird, mit Nahrung und Hilfe zurückkehren.“ Eine stille ruhige Umarmung folgte, dann stieg Tawar auf sein Pferd und galoppierte über die Hügel hinab in Richtung Osten.
Alissiand indessen zog sich in einem Höhlenversteck zurück, um dort auszuharren.
Es war bereits. ein ganzer Tag vergangen, die Schmerzen in Alissiands Bein hatten nicht nachgelassen, sondern waren zusehends schlimmer geworden. Doch sie war eine Kämpfernatur geworden und hatte sich aus den hier umliegenden Kräutern eine Art Verband um den Oberschenkel gebunden. Mit Isidor im Arm schlief sie erschöpft in der Höhle ein, während Valorien draußen graste. Er schien etwas zu bemerken und sicherte die Umgebung. Sein Wiehern hatte sie aufgeschreckt und der kleine Isidor bellte aus Leibeskräften. Sie hüpfte zum Eingang der Höhle.
Zunächst konnte Alissiand nichts erkennen, bis plötzlich Isidor direkt auf ein Gebüsch zu rannte und verbellte dort irgendetwas oder jemanden. So klein Isidor noch war, so mutig schien sie zu sein. „Wer ist da? Er zeige sich mir“, schrie Alissiand mit heller Stimme.
Ein Pfeil kam urplötzlich in ihre Richtung geflogen. Er verfehlte jedoch glücklicherweise sein Ziel und prallte gegen einen Fels hinter ihr, wo er in zwei Teile zerbrach Ein zweiter verfehlte erneut sein Ziel und landete in einem Gebüsch. Alissiand erwiderte mit einem Gegenpfeil. Ein lauter Schrei drang aus jenem Gebüsch, vor welchem Isidor noch immer bellte. „Trete hervor und zeige dich mir“, forderte sie den Feind auf.
Eine schlanke Gestalt in dunkler Rüstung aus Metall und Leder trat hinter den Büschen hervor. Als Zeichen der Ergebung hielt sie sich ihre Hände hinter ihren Kopf. Der Kopf der Gestalt war in eine Art Turban gehüllt. Darüber trug sie noch einen Helm aus Metall welcher mit drei Spitzen verziert war. Eine oben in der Mitte des Helms und zwei kleinere ragten aus den Seiten hervor. Es handelte sich dem Anschein nach um eine Frau, denn als sie sich ergab, war dies an ihrer hellen Stimme zu erkennen. Ihre Augen waren dunkelbraun und schwarz umrandet. „Wer bist, warum hast du mich angegriffen?“ wollte Alisiand in Erfahrung bringen. „Nimm deinen Helm ab und zeige mir dein Gesicht“, fügte sie noch hinzu.
Die Frau griff nach ihrem Helm. Alisisiand wies ihr einen Platz vor er Höhle, doch genau in jenem Augenblick wurde sie erneut angegriffen. Mit einem Dolch der leicht gebogen war versuchte die Gestalt auf Alisisiand einzustechen. Mit ihrem verletzten Bein konnte sie sich nur mühevoll zur Wehr setzen. Ihr wilder Zweikampf wurde jäh durch einen Pfeil unterbrochen welcher aus einer Entfernung in das Bein der Frau flog. Er drang tief in den Oberschenkel und sie fiel unter schmerzverzerrtem Gesicht zu Boden. Mit roher Gewalt riss sie sich diesen aus ihrem Bein heraus. „Tawar“, erkannte Alissiand ihren zurückkehrenden Reisegefährten.
Er brachte sein Pferd zum Stehen sprang von seinem Rücken und griff sich die Gestalt am Boden. Er zog sie fort vom Höhleneingang und verwehrte ihr den Zugang. „Mein Name“, stotterte sie, „mein Name ist, Monayla. Ich bin ein Abkömmling vom Volke der Haridrim“, gab sie unter Schmerzen zu verstehen.
Nachdem die Wunden beider Frauen versorgt waren und Tawar sich der Sicherheit bewusst war, lies er Monayla von sich berichten und warum sie angegriffen hatten.
So erfuhren Tawar und Alisiand auch, dass jener Angriff von Monayla nur ein Versehen war. Sie wollte sich nur schützen. Sie war eine Geächtete ihres Volkes. Einst waren sie zu dritt geflohen. Drei Frauen in Rüstung, mit dem letzten Stück Proviant. Sie wollte nicht mit in den Flußkrieg ziehen und sich den ungerechten Regeln ihres Volkes den Haradrim beugen. Das kostet sie ihr Zuhause. Nun hatten sie sich seit drei Tagen verloren und suchten einander. Die beiden anderen waren ihre Schwestern und ihre Namen waren Towa und Itscha.
Spät am Abend gab es noch ein kleines Mahl, aus frischem Brot und einem Krug klarem Wasser. Tawar war es trotz der Angriffslustigkeit des Volkes der Haradrim gelungen, Proviant gegen einen seiner Gürtel aus Leder einzutauschen.
Monayla durfte als neue Gefährtin mit auf die Reise nach Gondor gehen. Sie hatte sich als Geste der Freundschaft für den Angriff entschuldigt und war von nun an unter anderem als Kundschafterin eingeteilt worden.
Nach diesem friedlichen Angebot machten sie sich einen Tag später auf den weiteren Weg. Durch hügelige Landschaft ging ihr Weg, in Richtung der Großen Bibliothek zu Gondor. Doch ihre Reise würde noch einige Zeit dauern.

(Alessa)