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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Rückkehr zu den Wurzeln der Ahnen
Einige Wochen später erreichte sie Minas Tirith über die Südstraße.
Doch dort angekommen konnte sie nur für vier Tage verweilen um zu Kräften zu kommen, denn Vater Aragorn und ihre Muter Arwen lebten seit ihrer Trauung in Minas Tirith, wo Aragorn, der nun den Namen Ellesar trug, als König thronte. Bis hier her hatte sie Legolas immer begleitet doch der Fürst der Elben hatte beschlossen, dass es nun an der Zeit wäre, dass Allisiand alleine nach Minas Tirith weiter ritte. Früh am Morgen trennten sich nach einem kurzen, aber herzlichen, Abschied ihre Wege.
Allisiand war einerseits innerlich sehr vor Freude aufgewühlt, auf der anderen Seite war sie hin und her gerissen, voller Fragen. Wie würde ihr Vater nun aussehen und ihre Mutter, würden sie sich wieder erkennen? Fast drei weitere Tage waren vergangen als sie die Gegend um Minas Tirith erreichte. Die Morgensonne war gerade über die Wipfel der Bäume gekrochen und erhellte den Tag. Ein unvergleichlich schöner Vogelgesang war von allen Seiten her zu vernehmen. Allisiand trieb Valorien sanft an.
Vor den Toren Minans Tirith' stieg sie von Valoriens Rücken ab und führte ihn neben sich her durch den großen weißen Torbogen. Ein Bote des Hauses kam auf die beiden zu: „Seid gegrüßt, was ist Euer Begehren?“ erkundigte er sich.
Er hatte sich zum Gruß verneigt. Als er seinen Kopf wieder erhob, sah er mit freundlichen Augen in ihr Gesicht. „Ich möchte meinen Vater, den König von Gondor, sprechen,“ gab sie zu verstehen.
Der Bote nickte und wies sie an, ihm zu folgen. Durch die schönen Gärten der Elben liefen sie. Je näher sie den Toren des Palastes kam, um so mehr verspürte sie, wie sich ihr Blut im Körper abkühlte. So aufgeregt war sie. Fragen über Fragen rasten durch ihren Kopf.
„Wartet hier,“ bat sie der Elbenbote mit ruhiger Stimme. Er wandte sich noch langsam um und verschwand durch einen weißen Torbogen, welcher hinaus in die anderen Gärten führte.
Allisiand versuchte, all ihre Gedanken zu sammeln. „Wie sollte sie ihrem Vater, dem König, gegenübertreten, was sollte sie ihn fragen, was würde ihr Vater für Fragen an sie stellen?“ Als sie noch so in ihren Gedanken versunken war und an einem Baum gelehnt stand, vernahm sie leises Gemurmel und Schritte, welche sich ihr näherten. Offensichtlich kamen sie über Gras gelaufen, denn sie konnte förmlich vernehmen, wie die Halme der Gräser bei jedem Schritt raschelten.
Sie kam wieder in die reale Welt zurück als der Bote der Elben und ein schlanker Mann im blauen Gewand direkt vor ihr zum Stehen kamen. Er trug eine Krone aus kostbarem Gold, besetzt mit den allerschönsten Steinen aus Mittelerde. Sein ganzes Gewand war verziert mit kostbaren Ornamenten aus Seide. Sein Haar war inzwischen etwas grau geworden, doch er wirkte auf sie immer noch recht gesund. Mit seinen sanften Augen sah er sie freundlich an. Nun erkannte sie in diesen Augen den Blick ihres Vaters. Einen Bruchteil von Sekunden sahen sie sich beide nur einfach still an. Dann ergriff der König das Wort. „Endlich bist du zurückgekehrt. Es ist schon zu lange her, dass ich das letzte mal in deine Augen sehen durfte.“
Mit einem Male übermannte beide die völlige Freude. Sie gingen aufeinander zu und umarmten sich innig. Wenig später machten sich auf den Weg in den Palast.
Durch die schönsten Gärten Mittelerdes führte sie ihr Weg, hinauf die weißen Stufen, hinein durch die Tore aus dem härtesten Holz aus dem Fangornwald. Die Ents hatten aus Ehrerbietung für den König das Holz der Tore als Geschenk überbringen lassen. Es roch noch immer wie frisch aus dem Wald. „Deine Mutter wird sich zutiefst über das Wiedersehen mit dir freuen,“ sprach Aragorn, als sie die vielen Stufen hinauf zum Tronsaal stiegen.
Endlich oben angelangt wurden sie nun bereits von weiteren Boten und Abgesandten der Elben erwartet. Sie geleiteten die beiden zum großen Saal. Es war kein Königreich wie all die andren, welche Allisiand bisher auf ihren Reisen zu Gesicht bekommen hatte. Alles hier war so voll von Frieden und doch war überall in allen Ecken Winkeln und Gärten das Leben zu spüren.
Von allen Seiten her vernahmen ihre Ohren den Gesang der Vögel. Hin und wieder drang der Schrei eines weißen Pfaus hinauf zu den Toren des Palastes. Weiter gingen sie durch die Hallen bis sie eine kleinen Türe erreichten. „Geh hinein,“ wies sie ihr Vater, der König, und lächelte sie sanft an.
Nach einem seichten Händedruck öffnete sie zaghaft die kleine Türe aus edelstem Holz. Nun gab sie die Sicht frei in ein helles Zimmer. Die Strahlen der Sonne erhellte die Winkel des Raumes. In weißen Amphoren standen vereinzelt einige Pflanzen, die begierig das Licht in sich aufsogen. Am anderen Ende war eine Art Schlafgemach platziert worden. Dort lag eine Decke aus blauem Samt ausgebreitet. Allisiands Blick glitt vorbei an jenem Schlafgemach bis hin an eines der großen Fester. Dort stand in eine weise Kutte gehüllt ihre Mutter Arwen. „Mutter, bist du es? Ich bin heimgekehrt,“ sprach sie noch immer zaghaft.
Arwen wandte sich nun langsam um. Tränen der Freude rannen über ihre Wangen. „Komm zu mir,“ sprach sie.
Es folgte eine lange, innige und stille Umarmung.

(Alessa)