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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Die Ruinen Gondolins
Wochen später, als sie das Auenland längst hinter sich gelassen hatten, führte sie ihre Reise in ein Land, das keiner von beiden je zuvor betreten hatte. Von Weitem erblickten die Reiter die Ruinen einer Stadt besonderen Ausmaßes und Lage. Sie waren noch eine halbe Tagesreise von den ehemaligen Toren Gondolins angelangt. Gondolin, die damals Verborgene Stadt, wie sie überall nur genannt wurde, erbaut von König Turgon auf dem Hügel Amon Gwareth in dem weiten, ebenen Tal von Tumladen - nach dem Vorbild von Tiron in Valinor.
Tumladen lag im Norden von Beleriand, umgeben von hohen, steilen Bergen, den Choriath, die umzingelnden Berge. Der einzige Zugang für die Reisenden zum Tal war ein ausgetrocknetes Flussbett, abgesehen von sehr steilen und schwierigen Pässen über die Berge, die von Manwes großen Aldlern bewacht wurden. Als diese Stadt nach 52 Jahren Bauzeit endlich fertig war, zog Torgon mit einem Drittel aller Noldor aus Fingolfins Gefolge und vielen Sindar in das verborgene Tal. Der Zugang war zu jener Zeit mit sieben Toren versehen und wurde streng bewacht. Keiner durfte ohne die Erlaubnis des Königs das Tal betreten oder verlassen. Auf diese Weise blieb Gondolin über Jahrhunderte verborgen.
Legolas und Allisiand überlegten sich die angenehmste und zugleich kürzeste Route zu nehmen. Beide hatten sich entschlossen über einen der kleineren Pässe vor die Tore der Riunenstadt zu reiten, um sich diese anzusehen, im Falle das ihnen beiden der Zutritt durch die Tore gewährt wurde. Nach dieser langen Reise war die Zeit gekommen um zu rasten.
Bis zu Allisiands Pflegeeltern war es dennoch ein weiter Weg. Keiner von beiden konnte auch nur im geringsten erahnen wie diese Stadt nun aussehen würde, eigentlich war nichts mehr davon übrig, nachdem Morgoth Gondolin vernichtet hatte. So machten sich die Reiter auf den langen und gefährlichen Weg. An diesem Tage war der Himmel wolkenverhangen und Regen prasselte aus den dunklen Wolken herab.
Der schmale Pass, welchen die Reiter gerade überquerten, war mit Höhlen und Nestern übersät. Legolas hielt kurz inne, um die Gegend zu sichern. „Ich glaube, es ist besser für uns, wenn wir dichter an den Felsen vorüberreiten.“
Allisiand konnte nicht verstehen, was ihr Gefährte mit diesen Worten aussagen wollte. Fragend sah sie ihn an. „Warum, das hier ist nur ein Flussbett umzingelt von Bergen?“
Sie erreichten das Flussbett, als plötzlich über den beiden ein lauter und heftiger Luftzug die Stille durchbrach. Sie erschraken und sahen hinter sich, doch da zunächst nichts zu sehen war, trieben sie ihre Reittiere weiter an. Während ihres Rittes plauderten sie beide angeregt, als plötzlich ein riesenhafter schwarzer Schatten über ihnen auftauchte. Ein schriller Schrei drang über die Berge. Mit weit aufgerissenen Augen hielten beide inne und starrten über sich in den Himmel. Jetzt erst erkannten sie, welche Gefahr sich unbemerkt hatte nähern können. Es waren Riesenadler, von der Größe zweier ausgewachsener Männer. Ihre Augen funkelten gelb aus ihren Köpfen, als eines der Tiere versuchte, die Reiter anzugreifen. Jeder ihrer Flügel hatte eine Spannweite von etwa drei Metern. Legolas griff hinter sich auf seinen Köcher, welchen er auf seinen Rücken trug. Noch während er seinen Bogen spannte wies er seine Begleiterin an, das selbe zu tun. Allisiand leistete seinen Worte Folge und griff so schnell es ihr nur möglich war ebenfalls in ihren Köcher, nahm sich einen Pfeil und spannte diesen auf ihren Bogen. Im Flug versuchte einer der Adler mit seinen Krallen an Allisiands Körper festzukrallen. Ein wilder und heftiger Zweikampf entbrannte. In wilder Panik schlug sie mit ihrem Bogen wie wild um sich. Der Adler war wie ein unermüdlicher Jaghund und heftete sich mit seinen Krallen ausgerechnet an ihren Köcher. Valorien wandte sich unter seiner Reiterin in die entgegengesetzte Richtung, um nach hinten ausweichen zu können. Legolas, der zur selben Zeit in ähnliche Schwierigkeiten gekommen war, schoss einen seiner Pfeile ab und traf einen der Adler in seinen rechten Flügel. Dieser versuchte sich in seinem Schmerz mit heftigen Flügelschlägen hinter einen Felsen zu retten. Mit einem lauten Schrei fiel er dort zu Boden. Der andere Adler indes lies nicht locker und pickte mit seinem großen spitzen Schnabel in Allisiands linke Schulter. „Hilfeee, Legolas hilf mir,“ bat sie ihren Gefährten um Hilfe.
Nun hielt das Tier eines ihrer Beine im festen Griff. Valorien versuchte sich mit Bissen gegen den fliegenden Feind zu erwehren. Der heftige laute Kampf war einigen anderen Adlern nicht entgangen. Sie flogen an den Ort des Geschehens. Gerade in jenem Augenblick, als die Lage am aussichtslosesten schien, vernahm Legolas plötzlich Hufgetrappel im Gebirge, das unaufhaltsam näher kam. Er traute seinen Augen kaum. Auf schneeweisen Pferden eilten Elben vom Volke der Noldor den in Not geratenen Reitern und ihren Tieren zu Hilfe. Sie schossen gezielt mit Pfeil und Bogen auf die angreifenden Adler. Gellende Schrei und das Zischen der fliegenden Pfeile war zu vernehmen, als die Adler endlich aufgaben und über die Berge davon flogen.
Die Noldor gelten seit jeher als zweitedelste aller Elbenvölker. Einst lebten alle Noldor in Aman, doch durch Morgoths Diebstahl der Silmarille, ihrer heiligen Steine und der Vernichtung der zwei Bäume durch Ungoliant, zogen viele von ihnen nach Mittelerde zurück. Sie spalteten sich in drei Stämme auf. Die Noldor dürfen Aman nicht mehr betreten. Der zweite Stamm sind Gefolgslaute Fingolfins. Jene Noldor die Legolas und seiner Gefährten das Leben retteten waren hochgewachsene Gestalten und schlank. Sie trugen schwarzes teilweise auch dunkelbraunes Haar und graue Augen. Ihre Haut war elfenbeinfarben. Die Sprache, in welcher sie die Reisenden begrüßten, war Quenya. Allisiand verstand einiges davon. „Seid gegrüßt, folgt uns, wir werden euch führen,“
Der Oberste der Elben erklärte den beiden , den Weg ihrer Weiterreise. Nun wollten sie über die Berge hinab reiten, um von dort eine Weg in die Goldnen Wälder zu finden. Woher sie so plötzlich gekommen waren und ob sie schon länger in den Bergen unterwegs gewesen waren, wussten Legolas und Allisiand nicht und sollten es auch nie erfahren. Weitere Tage waren vergangen. Die ersten Bäume der goldnen Wälder waren in der Ferne zu erkennen. Der oberste Elb, sein Name war Amanwe, und sein Halbbruder Ingwear führten die Reitergesellschaft auf sicherem Wege in ihre Heimat, die goldenen Wälder. Dort würden sie mit Speis' und Trank versorgt werden und bekämen eine Unterkunft für die weiteren Nächte, bevor sie die Weiterreise zu Allisiands Pflegeeltern fortsetzen könnten.
Diese Zeit nutzte sie um weitere Schriftrollen mit der Geschichte von Mittelerde und seinen Kulturen sowie den Völkern zu studieren. Schließlich wurde von ihr verlangt, diese Texte im Rahmen ihrer Reifeprüfung, zu verstehen und die noch verbliebenen Schriftrollen, welche lange Zeit nach dem Ringkrieg vor Saruman und seinen Dienern an einem geheimen Ort versteckt waren, nach Gondor zurück zu bringen. Dort sollten die Schriftrollen als Zeitzeugen der Geschichte Mittelerdes für die Zukunft und allen nachfolgenden Generationen sicher aufbewahrt werden. Seit jeher wurden Kriege für oder gegen etwas oder jemanden geführt. Da wäre zum einen der Große Ringkrieg, der Kampf um die Vernichtung des Meisterrings, oder auch der Krieg um die verlorenen Simarielinsteine (die Singenden Steine). Nun jetzt galt es, die letzten der verschollenen Schriftrollen Mitelerdes zu sichern. Um die anderen zur damaligen Zeit, noch vorhanden Rollen wurde ebenfalls beinahe ein Krieg entfacht, Völker verfolgt, Finsternis überkam viele Länder Mittelerdes. Von wem und wann die ersten aller Schriftrollen verfasst worden waren, ist unbekannt.
Müde nach den langen Stunden des Studierens, der Schriftrollen, legte sich Allisiand in ihrem Gemach zur Ruhe.
In dieser Nacht hatte sie wieder einmal einen Traum. Zunächst wusste sie noch nicht an welchem Ort sie sich befand. Um sie herum stürmte und regnet es aus den schwarzen Wolken des Himmels. Ein greller , zuckender Blitz erhellte das Dunkel der Nacht. Verwundert stand sie zunächst auf, um sich umzusehen. Plötzlich erschrak sie. Hinter sich im Gebüsch funkelten zwei grüngelbe Augen zwischen den Zweigen hervor. In ihrer Angst sah sie sich nach einem Versteck um, doch es war weit und breit nichts zu sehen, wo sie sich hätte verstecken können. „Wer bist du,“ fragte sie in die Richtung der Augenpaare. Kurz Zeit lang trat Stille ein, dann entgegnete eine tiefe grollende Stimme aus dem Gebüsch: „Ich bin der Gaur, und du, ganz gleich wer du auch bist , hast die Ehre, mein letztes Opfer zu sein.“
Heiß und kalt stieg es in ihrem Körper auf, verängstigt entgegnete Allisiand mit zitternder Stimme: „Wer bist du wirklich?“
Jetzt trat aus dem Gebüsch ein riesenhafter Werwolf hervor, legte sich gelassen hin. Seine Augen glühten, als Gaur erneut zu ihr sprach. „Ich bin der Diener der Macht, die hinter der Finsternis steht,“ dann begann er zu erzählen: „Ich hatte den Auftrag, die einzige zu töten, die das Geheimnis von Mittelerde erlernen durfte, in den Wäldern des Düsterwaldes habe ich ihre Spur veloren.“
Allisiand überlegte kurz und fragte dann neugierig. „Wer ist sie, die Frau die du suchst?“ Mit einem Mal wurde der Atem des Tieres rasselnd und es sackte ein wenig zu Boden. „Ach weißt du, ich bin schon viel zu schwach um dich zu töten, aber die Kraft werde ich bald wiederfinden.“
Ungeduldig erkundigte sie sich erneut. „Wer ist sie?“
Gaur atmete schwerer, nach einem lauten Stöhnen sagte er dann nur kurz. „Ihr Name ist Allisiand.“
Sie erschrak. Woher konnte sie dieses Tier nur kennen. Nie im Leben hatte sie so eine Kreatur zuvor gesehen. Dann erwachte sie schweißgebadet. Ihr Herz raste noch als sie sich in ihrem Laken aufsetzte.

(Alessa)