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Gästebuch

Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Die große Oststraße
Unten an den großen Eingangstoren warteten bereits einige Eben und Legolas mit den gesattelten Pferden und etwas Proviant in kleinen Beuteln aus Pflanzenfasern. Einer der Oberen der Elben überreichte an Allisiand einen der Beutel und einen Köcher mit Pfeil und Bogen. Sie packte alles auf ihren Rücken und verabschiedete sich von allen. So schritten sie hinaus um den weiteren Weg ihrer Reise anzutreten. Am großen Eingangstor warteten ihre Reittiere. Legolas hatte nun ein rotbraunes Pferd gegen ein junges weißes austauschen lassen, sein Name war Nandorien. Valorien wieherte aufgeregt in ihre Richtung und konnte es kaum erwarten weiter zu reiten. Es sollte ein langer Tag werden.
Ihre Rast führte sie nach Bree. Allsiand und auch Legolas erinnerten sich an die Erzählungen ihres Vaters Aragorn der hier zum aller ersten Male auf die Hobbits traf. Hobits hatte sie jedoch noch nie zu Gesicht bekommen.
Legolas zog es vor, im Gasthaus zum tänzelnden Pony halt zu machen. „Du wirst dort Rast machen, ich werde einen besseren Weg für uns auskundschaften. Ich werde dich dort treffen,“ gab er ihr zu verstehen.
Sie sah ihn fragend an und entgegnete ihm: „Aber, aber wann und wo werden wir uns dort treffen?“
Da es noch eine kurze Zeit dauern würde, nutzte Legolas die Gelegenheit eine kurze Geschichte zu erzählen. Sie begann damit, wie ihr Vater Aragorn dort als Streicher zu Abend aß und zum ersten Male auf Hobbits traf... Er erzählte weiter, bis er an die Stelle kam, wo er dem Hobbit Frodo erzählte, was den kleinen Hobbit und seine Begleiter schon seit langem verfolgte. Es war ihr, als könnte sie des öfteren, wenn auch nur für den Bruchteil einer Sekunde, die Schwarzen Reiter und ihre rotäugigen Pferde sehen oder hören. Sie begann zu zittern, obwohl schon eine viel zu lange Zeit vergangen war. Es gab laut den Geschichtserzählungen keine Schwarzen Reiter mehr und doch hatte die Geschichte ihre eigene Macht sie zu ängstigen.
Weiter erzählte er ihr von der Reise der neun Gefährten und für was sie zu jener Zeit gekämpft hatten. Voller Anmut lauschte Allisiand den Worten Legolas als sie das Gasthaus zum tänzelnden Pony endlich erreichten. Legolas wies sie an, dort ihr Mahl einzunehmen und in einen der Gästezimmern auf seine Rückkehr zu warten. So trennten sich für kurze Zeit hier ihre Wege. Sie ritt auf das große neue Holztor zu und stieg ab um an die Türe zu klopfen.
„Wer da?“ schallte die Frage hinter dem Tor.
Allsiand überlegt sich eine passende Antwort, da sie einerseits nicht auffallen wollte und ihr kein anderer Name einfiel entgegnete sie nur: „Ich bin ein Gast, ein Freund, ich bitte um ein Zimmer und warmes Essen.“
Ein kleines Holztürchen, das mitten in das Tor eingebaut war, wurde geöffnet. Zwei Augen, grün wie das Gras der Ebenen, blickten genau in die ihren, dann wurde das Türchen wieder von innen verriegelt. Sie glaubte, keinen Einlaß zu erhalten, doch genau in diesem Augenblick wurde langsam mit einem lauten Quietschen das große Holztor geöffnet. Sie bestieg ihr Pferd und gallopierte hindurch an den Zäunen der Viehkoppeln entlang direkt auf den Eingang des Gasthauses zu. Dort angekommen, übergab sie ihr Pferd Valorien einem Diner des Gasthofes, der es freundlich entgegen nahm, um es in einen Stall zu bringen. Sie betrat das Gasthaus, das fast voll mit Gästen war. Sie setzte sich an einen Tisch weit ab von all den anderen Gästen. Sie ahnte nicht, dass dies der Tisch war, an dem auch einst einmal ihr Vater gesessen hatte. Er hatte all die Jahre überdauert. Der Wirt kam und erkundigte sich nach ihren Wünschen: „Guten Tag schöne Frau, ich hoffe Ihr hattet keinen zu beschwerlichen Weg. Was wünscht Ihr zu trinken oder zu essen?“
Sie wies auf einen der Krüge aus hellem Ton mit Wein den einen der Gäste in seiner Hand hielt und entgegnete dann entschlossen: „Genau das selbe, das auch er trinkt.“ Der Wirt nickte stumm und ging mit leicht gekrümmten Rücken, um ihr den Wunsch zu erfüllen. Nach kurzer Zeit kehrte er mit einem Krug randvoll gefüllt mit dem besten Rotwein, den er gerade in seinem Gasthaus vorfand. „Hier, Euer Wein, Gnädigste.“
Sie nickte nur dankend und stumm. Dann legte sie eine Geldmünze auf den Holztisch und schob ihn genau in die Richtung des Wirtes. Er nahm die Münze aus reinem Silber an sich und glaubte seinen Augen kaum. Auf der Münze war ein Gesicht abgebildet worden und er erkannte es in diesem Moment. „Wo kommt Ihr her und wo wollt Ihr hin? Ich kenne diese Münze und das Gesicht, das darauf ist.“
Allisiand entgegnete nur leise beinahe flüsternd: „Es spielt keine Rolle, wohin ich gehen werde, Ihr wurdet anständig bezahlt.“
Er nahm die Münze mit. Er legte sie auf den Tisch bei sich am Tresen. In diesem Moment erstrahlte die Münze in hellem Licht der Sonne. Das Gesicht Arargorns oder besser des Königs von Gondor Elessar war darauf zu erkennen. Als sie in aller Ruhe den Wein getrunken hatte, verließ sie unauffällig das Gasthaus, um in ihr Zimmer zu gehen. Dort setzte sie sich auf einen Stuhl, der am Fenster stand um auf Legolas zu warten.
Die Sonne stand nun sehr hoch als die ersten Wolken manchmal ihre Strahlen daran hinderten den Boden zu erreichen, da erkannte sie in der Ferne das weiße Pferd, auf dem Legolas auf das Tor zugeritten kam. Er zog es jedoch vor, nicht durch das Tor zu reiten, sondern er winkte ihr nur zu. Sie erhob sich vom Stuhl, schob diesen an das Fenster und ging hinaus aus dem Zimmer. Unten vor dem Gasthaus stand, bereits wieder gesattelt, ihr Hengst. Sie strich ihm sanft über seinen Kopf und kraulte liebevoll seine Ohren. „Komm, wir müssen weiter, mein guter Valinor.“
Elegant stieg sie in den Sattel aus Leder der mit elbischen Ornamenten verziert war. Im leichten Trab ließen sie das große Tor hinter sich. Dahinter wartet schon Legolas.
Mit jeder weiteren Stunde die verging, sank die Sonne tiefer und tiefer, langsam verfärbte sie sich in ein dunkles Rot, als die Reiter die ersten Spitzen der Eisenberge erblicken konnten.
Ihr Ritt dauerte noch einige Zeit. In den Hallen der zwergischen Schmiede wollten sie eine weitere Nacht verbringen. Da jedoch weder ihre Reittiere noch sie selbst müde zu sein scheinen, ritten sie weiter und immer weiter. Sie ritten die ganze Nacht hindurch und durchquerten höchst unterschiedliches Gelände. Tage, ja Wochen. Bis in die frühen Morgenstunden waren sie unterwegs, als sie ohne es zu wissen von der geplanten Route abgekommen waren und in die Alte Straße eingebogen waren.
Die Alte Straße, als Verbindung der beiden alten númernóischen Königsreiche im Exil, verläuft von Fornost, über Erain nach Minas Tirith, die Strecke ist auch als Grünweg bekannt. Sie beschlossen den kürzeren Weg einzuschlagen, um nicht noch einmal durch den Düsterwald reiten zu müssen. Weitere Wochen waren ins Land gegangen als sie die Hauptrouten erreichten. Ohne es zu wissen, waren sie in die Auenlandstraße eingebogen. „Das ist nicht der Weg den ich geplant hatte,“ stellt Legolas verwundert fest.
Seit jener Einwanderung der Hobbits hatte der Verkehr nachgelassen. Die Kaufleute benutzten den Grünweg. Allisiand kannte diese Gegend nicht und bestaunte all das satte Grün und die vollen Felder, die sie hier vorgefunden hatten. Ihr Ritt führte sie entlang an Maisfeldern mit vollen Fruchtständen. Spät am Abend erreichten sie ihr Ziel für die Nacht. Ein kleines Dorf der Hobbits. Lustige, runde Häuschen, die mitten in die Landschaft direkt unter der Erde eingebaut waren. Große runde Türen. Die Reiter wurden in eine etwas abgelegene Hütte außerhalb geführt, um dort die Nacht zu verbringen. Ihrer beider Körpergröße wäre zu hoch gewesen, um in einem Haus der Hobbits aufrecht stehen zu können. Hier würden sie einige Tage ausruhen um gestärkt den Reiseweg zu Allisiands Eltern fortzusetzen ...

(Alessa)