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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Die Reifeprüfung
Wir schreiben das Jahr 3037. Es waren weitere 16 Jahre vergangen und aus Allisiand war eine liebliche und schlaue Frau geworden. Die langen Jahre ihrer Ausbildung und die Jahre der Selbstfindung in jenem Ort der Stille bei den Waldelben hatten Früchte getragen. Ihr braunes glattes Haar war schulterlang geworden. Sie war nicht mehr so ungestüm wie in jungen Jahren. Auch ihre spezielle Gabe war im Laufe der weiteren Jahre im Waldkloster weiter gereift. Jedoch würde es noch einige Zeit dauern bis diese zur vollsten Entfaltung kommen würde.
Doch immer noch drängte es sie zu wissen, was es mit den schönen Pferden in den Stallungen auf sich hatte. Eines Tages kam Legolas zu ihr und nahm sie mit um sie die Kunst mit Pfeil und Bogen zu schießen zu lehren. Allisiand lernte sehr schnell und Legolas war sehr zufrieden mit seiner Schülerin. Er wusste, dass sie außergewöhnlich war, doch dass sie so schnell begriff und wissensdurstig war, machte ihn zugleich stolz.
In einem Monat sollte Allisiand zur Reifeprüfung ganz allein im Wald die Schriftrolle mit den Inhalten von Mittelerde studieren. Doch zuvor trieb Allisiand ihre Neugierde wieder einmal an einem sonnigen Morgen zu den Stallungen. Ein Elb, der für die Pflege und das Wohlergehen von Valijien zuständig war, fütterte sie gerade mit frischen Obst und Gemüse. Allisiand beschloss, schneller als er zu sein, und schlenderte schnellen Fußes an ihm vorüber, bis sie vor den Stallungen der beiden schwarzen Elbenpferde ankam. Valijien trottete bereits zur Stalltüre und schnupperte an ihrer Hand. Allisiand reichte ihr mit flacher Hand den frischen Apfel. Dann trat voller Stolz Valinor hervor, wieherte und schüttelte seine wilde, lang flatternde Mähne, ehe er auf Allisiand zutrat. Er schnupperte mit lautem Atem ihre Hand ihr Gesicht und ihren Körper ab, dann hielt er kurz inne und bäumte sich leicht auf. Auch ihm reichte sie mit flacher Hand einen frischen Apfel, welchen sie zuvor beim Vorbeischleichen dem Elben aus seinem Korb entnommen hatte.
„Sie gefallen dir, nicht war,“ hörte sie Legolas hinter sich sagen.
Sie wandte sich überrascht um. Verlegen nickte sie. „Ich möchte ihn reiten,“ bat sie.
Doch er verneinte dies mit einem Kopfschütteln und offenbarte ihr, dass sie zunächst ihre Reifeprüfung abzulegen hätte, erst wenn diese bestanden sei, käme die Zeit der Zusammenkunft zwischen Allisiand und dem Hengst der Elbenpferde.
Im Ort der Stille war inzwischen der Rat der Weisen einberufen worden. In weiße Seidengewänder gehüllt traten alle im Saale der Stille zusammen um zu beraten, wer Allisiand in die Berge geleiten sollte. Einige der Weisen, unter welchen auch hoch gelehrte waren, trugen einige Schriftrollen unter ihren Armen. Andere hatten Bücher in ihren Händen. Der Waldelbenfürst jedoch kam in einem weißen Seidengewand, welches ihm fast bis zum Boden reichte. Es war mit silbernen Ornamenten aus elbischen Schriftzeichen bestickt. Gerade als Legolas und Allisiand wieder gehen wollten, wurden sie von einem Nachzügler der Elben aufgehalten und angewiesen ihm mit in den großen Empfangssaal zu folgen. „Kommt, es ist Zeit. Wir wollen beraten wer Allisiand die Prüfung abnehmen wird.“
Legolas trat einige Schritte mit dem Elben zur Seite und beriet sich mit ihm nur durch stille Gesten und leise Worte, dann kehrte er zu Allisiand zurück. Zusammen machten sie sich auf den Weg in den großen Empfangsaal.
Dort angekommen hatten sich an fast allen Plätzen außer an zwei Stühlen jeder der Weisen und Gelehrten der Elfen versammelt. „Komm, sie warten schon auf uns“ wies Legoals Allsiand auf ihren Platz.
Voller Erwartung und zugleich aufgeregt setze sie sich auf dem Stuhl vor ihr. Kurze Stille trat ein.
Von der anderen Seite der Tafel erhob sich der ältetste der Elben und begrüßte zunächst alle Anwesenden mit den Worten: „Seid gegrüßt, die ihr hier alle gekommen seid. Es ist Zeit, dass sich unser Gast auf den Weg in den Wald macht um dort in Ruhe die Reifeprüfung abzulegen.“
Er setzte sich, ehe sich Legolas der neben Allisiand saß, von seinem Platz erhob. Er sah in die Runde fasste sich ein Herz und fragte. „Wer soll derjenige sein, der mit ihr den Weg in den Wald gehen soll?“
Kurze Zeit kehrte Stille in den Saal ein. Nachdem keine Antwort kam, setzte er sich wieder hin. Er flüsterte Allisiand ins Ohr “Wir müssen wohl warten, bis sie sich beraten haben“
„Sonst waren solche Entscheidungen viel schneller entschieden“. Beide wandten sich nun wieder wartend den anderen im Saale zu.
„Nun,“ sprach ein junger Elb, welcher neben dem ältesten saß, „wir werden uns beraten und euch die Entscheidung mitteilen. Wartet einen Moment,“ wies der Elb Legolas und Allisiand an.
Der älteste und der jüngere Elb standen von der Tafel auf und verließen mit dem Elbenfürst für kurze Zeit den Saal, ehe sie wieder zurück kamen. Sie blieben jedoch vor ihren Plätzen stehen und setzten sich nicht wieder hin. “Wir haben entschieden,“ teilte der jüngere Elb den anderen Anwesenden mit entschlossenem Blick mit.
Der älteste Elb übernahm das Wort: “Legolas, du wirst Allisiand den Weg führen und ihr die Prüfung abnehmen. Ich habe hier für eueren Weg die Schriftrollen vorbereitet,“ erklärte er mit ruhiger Stimme, dann setzte er sich wieder auf seinen Platz.
Der Elbenfürst erhob sich und erklärte den beiden, warum ihre Wahl auf Legolas gefallen war: „Unsere Entscheidung fiel deshalb auf dich, Legolas, weil nur du der beste Gefährte und Freund von Allisiand bist. Ihr kennt euch nun schon so lange Jahre sowie du ihren Vater Aragorn kanntest. Damals warst du sein Gefährte und nun ist es an der Zeit, das auch Allisiand die Ehre zuteil wird.“
Legolas erhob sich abermals von seinem Platz, lächelte freundlich in die Menge der anderen Elben und des Elbenfürsten. Er nickte zustimmend und bedankte sich für die Entscheidung, ehe er sich wieder setzte.
Kurze Zeit später verließen die anderen bis auf Legolas den Empfangssal.
Morgen schon sollte es so weit für beide sein...
Früh am nächsten Morgen wurde sie von Legolas mit einem sanften Ruck geweckt. „Ist es schon soweit?“ erkundigte sie Allisiand noch verschlafen.
Er nickte und verließ ihr Gemach.
Einige Zeit später machten sich beide auf den langen Weg in die Tiefen des Waldes. Die Sonne stand noch nicht allzu hoch am Himmel, so war es für beide ein erträglicher Marsch in den Wald. Legolas hatte die Schriftrollen mit den Aufgaben der Reifeprüfung für Allisiand in einem Sack auf dem Rücken. Eine ganze Zeit lang ging es fast immer nur steil bergauf. Allisiand hatte zunächst Mühe mit Legolas Schritt zu halten, doch er forderte sie auf mit ihren Kräften einerseits nicht schlappzumachen und andererseits alles zu geben. Inzwischen stand die Sonne sehr hoch am Himmel und es wurde wärmer.
Gegen Mittag erreichten sie eine kleine Waldlichtung auf der Anhöhe des Waldes. „Wir sind angekommen,“ meinte Legolas nur kurz.
Allisiand konnte es nicht glauben, wandte sich zu ihm um und fragte mit verwirrtem Blick: „Du meinst wirklich, hier ist unser Ziel, wie und wo soll ich meine Prüfung ablegen?“
„Da ist kein Haus, keine Schlafstätte, nichts um einen Unterschlupf bei schlechtem Wetter zu finden!“ Sie schüttelte ungläubig den Kopf.
„Glaube mir, ich habe alles mitgenommen, was wir hierfür brauchen werden,“ gab Legolas ihr zu verstehen.
Nun begann die Zeit der inneren Ruhe für Allisiand. Sie musste lernen sich zu beherrschen und besser auf eine ihr gestellt Aufgabe zu konzentrieren, genau das was ihr in früherer Zeit besonders schwer fiel. Nur so könnte sie ihre Prüfung bestehen.
Der Erste Tag wurde jedoch nur mit der Vorbereitung auf die Prüfung verbracht, so dass sie beide nachts einen angenehmen Schlaf hatten.
Der neue Morgen begann nur mit einem leichten Morgenmahl aus Früchten., danach sollte sich Alisiand mit den Schriftrollen alleine der Prüfungsaufgaben und der Lesungen widmen.
Als sie gerade versuchte eine der Seiten in Ruhe zu studieren, geschah es abermals, dass eine der Visionen sie befiel. Plötzlich entschwand ihr Geist dem Körper und schien mit hoher Geschwindigkeit über Mittelerde zu rasen, bis sie im Düsterwald angekommen war. Dort lag wie ein Schleier überall dichter Nebel zwischen den Bäumen. Doch mit einem Mal regte es sich hastig zwischen den Bäumen. Ein lautes Brüllen drang durch den Wald.
Nun konnte sie schemenhaft erkennen Es war eine Horde wilder Gimba–Hai, auch Schnüffler genannt, die wild den ganzen Wald nach etwas oder Jemandem zu stöbern schienen. Allisiand erschrak, denn jetzt erkannte sie, was das Objekt der Begierde war. Einer der Gimba-Hai hatte eine Hufspur unter einem der Bäume ausgemacht. Es war die Hufspur eines Elbenpferdes.
Diese führten geradewegs in die Richtung, welche sie zu den Waldelben führen sollte. Sie erschrak,.. doch genau in diesem Augenblick wurde Allisiand durch einen Ruck an ihrer rechten Schulter aufgeschreckt. “Wo warst du denn schon wieder mit deinen Gedanken?“ erkundigte sich Legolas und wies mit strenger Hand auf die Schriftrollen.
Den Rest des ganzen Tages musste sich Allisiand den Fragen ,Lesungen und Sprachen der Schriftrollen widmen. Spät in der Nacht durfte sie diese ablegen und sich nach einem Abendessen gestärkt zur Ruhe legen.
Der nächste und letzte der Tage war der Tag ihrer Prüfung. Es wurde nirgends verzeichnet, wie und woraus die Prüfung im einzelnen bestand, nur dass Allisiand sie nach harter und langer Zeit mit großem Erfolg abgelegt hatte.
Fälschlicherweise wurde angenommen, dass diese Prüfung sie zu einer Elbin machen würde. Dies hat jedoch nichts damit zu tun, sondern alleine mit der Riefe ihrer besonderen Begabung. Die Tage hatten sie stark verändert und zugleich für ihre Reise geprägt. Diese sollte sie jedoch erst nach der Rückkehr an den Ort der Stille beginnen.

(Alessa)