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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Die Reise
Der Waldelb ließ sie mit auf seinem Pferd reiten. Während ihrer langen Reise in den Ort der Stille bekam Allisiand Gelegenheit sich mit sich und ihrem bisherigen Leben ihren Träumen und ihren innersten Wünschen auseinander zusetzen. Sie entsann sich der Kindheit mit ihrem Vater Aragorn, den sie so sehr liebte und tief im Innern vermisste. Auch flogen die Gedanken an ihre Mutter Arwen, von der sie noch so viel erfahren wollte. Ja sogar Brego, das Pferd ihres Vaters, auf dem sie so oft in die Wälder und Berge geritten war. Sie konnte selbst nur in jener Erinnerung den Geruch seines Fells erinnern.


Vor einem kleinen Gasthaus in einem weit entlegenen Dorf machten die Reiter halt. „Hier werden wir die erste unserer Nächte unserer Reise verbringen.“
Die Sonne stand bereits schon sehr tief und tauchte die Landschaften hier in ein grelles rotes Licht. Nach einem kleinen Abendmahl, welches aus einer warmen Suppe mit Gemüse der hiesigen Landschaft bestand und dazu etwas frisch gebackenem Brot, wurden ihnen die Zimmer zugewiesen, in welchen Allisiand die Nacht verbringen durfte. Wo der Elb diese verbrachte, sollte sie nie erfahren, denn er lies sie wissen, dass er sie am Morgen wieder dort abholen würde.
Allisiand lag eingehüllt in warme Bettdecken als sie wieder einmal mit ihren Gedanken in ihren Erinnerungen schwelgte. Warum war sie hierher gekommen und warum musste sie ihren Vater, ihre Mutter verlassen? Sie reiste in der Zeit zurück bis zu jenem Tag als sie genau wie zu jener Zeit mit ihrem Vater auf dem Rücken von Brego durch die Wälder an den See geritten war um dort zu rasten. Sie spielten mit den Steinen des Sees. Dann kam der Zeitpunkt an dem Allisiand durch die verhängnisvolle Berührung durch ihre Hand auf Bregos Stirn. „Vater“ hörte sie sich in ihren Gedanken erneut sagen. „Vater ich konnte Bregos Gedanken fühlen.“ Dann traf es sie wie ein Pfeil in ihrer Brust. „Das musste es gewesen sein.“ Wenig später schlief sie ermüdet ein. In dieser Nacht träumte sie einen merkwürdigen Traum.
Es war mitten am Tage, zu jener Zeit als bei ihren Eltern war, oder besser noch. es war die Zeit, als sie Ralfain zum allerersten Male begegnet war. Sie ritt gerade mit Brego über die Brücke zum Hause ihrer Eltern als Ralfain ebenfalls zu Pferd gereadewegs auf sie zu geritten kam. „Allisiand, Allisiand, komm zurück nach Hause!“ Mit diesen Worten hielt er sein Pferd direkt vor dem ihren an. „Hörst Du!“. Ich weiß nun, wonach ich in meinem Leben suchte “ Sie spürte, dass etwas an seinen Worten nicht der Wirklichkeit entsprach. So etwas hätte er sie nie wissen lassen. „Warum nur sollte ich Dir glauben,“ wollte Allisiand von ihm erfahren. „Weil ich ...“ doch während er diese Worte aussprach, verwandelte er sich in... in seine Geliebte, die jedoch zum Teil die Fratze eine Wolfes mit kupferfarbenem Fell hatte. „Weil ich dich vernichten werde.“ Allisiand begriff nun und wies Brego an, so schnell er konnte mit aller Kraft den Weg in die Wälder zu finden. “Ich werde dich finden und vernichten und alle, die zu dir halten,“ hörte sie die tiefe blecherne Stimme jener Kreatur hinter sich, deren kalten Atem bis an ihren Rücken drang.
Plötzlich erwachte sie aus ihrem Traum und saß gerade, schweißgebadet im Bett. Ihr Herz pochte wie wild. Sie stieg aus dem Bett mit der langen Decke um ihren Körper gewickelt und lief zum Fenster. Der Himmel war sternenklar.
Den Rest der Nacht schlief sie ohne weitere böse Träume. Sehr früh am nächsten Morgen weckte sie der Elb und so machten sie sich mit etwas Proviant auf den weiten Weg.
„Du hattest einen Traum der Vergangenheit heute Nacht geträumt?“ stellte der Elb mit ruhiger Stimme fest.
Allisiand blickte ihn erstaunt mit großen Augen und offenem Mund an. „Woher weißt du?...“
„Vergiss ihn und vergiss nicht, warum du hier bist, auch diese hast du in deinem Traum erfahren nicht war?“ erkundigte er sich.
„Hmm?!“ nickte sie zustimmend und zugleich etwas beschämt. Dabei senkte sie den Kopf.
„Die menschliche Liebe ist nur all zu oft mit Schmerzen des Leids und des Kummers verbunden, doch du bist nicht für solch einfache Zwecke erwählt worden, hörst du?“ fügte er noch hinzu. Mit diesen Worten beendete der Bote die Unterhaltung.
Stunden waren vergangen als sie einen Wasserfall erreichten. Dort machten sie Rast. Es war in der Zwischenzeit erheblich kühler geworden. Sie nahmen eine kleine Mahlzeit aus Brot und Früchten zu sich und ruhten einige Zeit lang an den Fällen des Sees, der aus den Wasserfällen gespeist wurde.
Gestärkt nahmen sie die Reise wieder auf. Doch an jenem Abend machten sich an einem anderem Ort im Düsterwald noch andere, finstere Gestalten auf den Weg. Sie nahmen sie Verfolgung der Reiter auf. Keiner der beiden ahnte etwas von ihren Verfolgern die etwa zwei Tagesreisen von ihnen ihre Spuren aufgenommen hatten. Es handelte sich hierbei um Gimba-Hai. Diese waren sehr klein nur so in etwa zwischen 1,20 und 1,40 Meter groß und zugleich auch noch sehr schmächtig für jene Orks die bisher ihr Unwesen in Mittelerde getrieben hatten. Sie hatten recht kurze Beine, hingegen jedoch recht lange Arme und eine Dunkelgraue Hautfarbe. Sie schlichen zu Fuß durch die Lande, als im Düsterwald wieder einmal ein heftiges Gewitter aufbrach was unseren beiden Reiter den Elb und Allisiand nicht störte da sie weit weg waren, als dass sie jenes Gewitter hätte erreichen können.
Einige Wochen waren ins Land gegangen als sie jenen Ort der Stille erreichten. Keiner wusste jemals von diesem Ort, nur den Waldelben war er seit Anbeginn der Zeit als Ort der Ruhe, der Lesungen und der Selbstfindung bekannt. An diesem Ort trennten sich die Wege der beiden. Der Elb brachte Allisiand zu Legolas, der sie herzlichst begrüßte und in die Hallen der Gelehrten brachte. „Warte hier,“ wies sie Legolas freundlichst an. Sie setzte sich auf einen der steinerne Stühle inmitten einer großen runden Tafel. Auf dieser Tafel standen an jedem der Plätze blaue und rote Tonkrüge mit goldenem und silbernen Rändern. Sie nahm den blauen Krug welcher direkt vor ihr auf der Tafel stand. Er war jedoch leer. Ihr Magen knurrte.
„Du bist durstig nach deiner langen Reise,“ vernahm sie eine ruhige tiefe Stimme. Einer der Elben betrat leise mit unhörbaren Schritten den Saal. Allisiand wandte sich erstaunt um. „Habe keine Furcht ich bin Estrond einer der letztem Elbenfürsten hier in diesem Ort der Stille.“ Er erzählte ihr von sich und seinem bisherigen Wirken und das er von ihrer Aufgabe hier an diesem Ort schon seit langer Zeit wusste. „Gleich morgen fangen wir mit deinem Unterricht an.“
„Entschuldige, aber wie lange werde ich hier bleiben müssen,“ erkundigte sich Allisiand neugierig.
Der Elb sah zu ihr hinunter und sein langes glattes weißes Haar leuchtete im Schein der Abendsonne. Er legte eine kleine Schriftrolle vor Alllisand auf die Tafel. Er bat sie diese an sich zu nehmen und bis zum darauf folgenden Tage zu studieren. Einige andere Elben führten sie in ihr Gemach das zwar kleine und schlicht jedoch zugleich auf unerklärliche Weise voller Leben zu sein schien.
Am nächsten Tege erwachte Allisiand schon sehr früh, noch bevor ihre Lehrstunden beginnen sollten. So zog sie es vor, sich hier umzusehen. Sie zog sich eine blaue Kutte aus weichem Samt über und band sich den Silbergürtel, welcher für sie bereitgelegt worden war, an. Leise öffnete sie die Türe zu ihrem Gemach nach draußen. Umsichtig und leise schlich sie die großen Wendeltreppen nach unten. Die fahle Morgensonne drang nach und nach durch die bunten Glasfenster. Als sie das große hölzerne Tor zum Hofe erreichte, hielt sie kurz inne. Sie zog sich die blaue Kapuze ihrer Kutte über den Kopf und öffnete vorsichtig das Tor, ehe sie den Hof dahinter betrat. Alles hier leuchtete im gelb-bläulichen Schein. Der ganze Ort hier war so rein und zugleich von Leben umgeben. Die ersten Vögel stimmten ihr Morgenlied an. Neugierig marschierte Allisiand auf die gegenüberliegende Seite, bis sie den Geruch von frischem Heu und Stroh in ihre Nase bekam. „Pferde,“ erinnerte sie sich, „Brego?!“ Als stünde ihr das Wiedersehen mit dem Pferd ihres Vaters bevor, rannte sie dem Geruch nach bis sie vor einem weißen Gebäude mit Kuppeldächern zum Stehen kam. Überall standen die oberen Stalltüren offen, nur die unteren waren mit einem Silberriegel verschlossen. Aufgeregt lief sie vor eine der Stallboxen. „Ein schneeweißes Pferd kam hervor und wieherte leise als es Allisiand erblickte. Sie streichelte es. Hier mussten einige Pferde sein, denn es gab einige Stallboxen die mit Namen auf Holzschildern versehen waren. Aus fast jeder dieser Boxen schaute ein Pferd heraus. An allen Boxen lief sie vorbei und besah sich die Tiere dort. Eines schöner als das andere. Braune, schwarze und weiße. An der letzten jedoch stand kein Pferd und sah hinaus. Allisiand wollte gerade kehrt machen um in ihr Gemach zurück zu gehen als sie von hinten an die Schultern gestupst wurde. Sie wandte sich um und ihre Augen leuchteten. Vor ihr standen die schönsten Pferde welche sie bisher gesehen hatte.
Das eine war eine schwarze Stute mit fast bodenlangem Mähnenhaar und ebenso langem Schweif. Ihre Augen drückten Sanftheit und Wärme aus, wie sie es nur eine Mutter, egal von welcher Art auszudrücken vermochten. Ihr schwarzes Fell glänzte. Dann plötzlich trat ein edles und noch schöneres Tier hinter der Stute hervor. Es war ein Hengst von etwa zwei oder drei Jahren. Wellig lang glänzte der ganze Körper seine Mähne. Er bäumte sich leicht auf vor Allisiand an die Stalltüre. Sie streckte ihre flache Hand aus um das stolze Tier riechen zu lassen. „Komm zu mir du Schöner,“ lockte sie das Tier mit sanfter Stimme. Der Hengst wieherte leise, als er mit seiner weichen Schnauze über der flachen Hand schnupperte. Dann berührte er ihre Hand und es war Allisiand, als würde sie von einer ihr fremden Magie berührt. „Das ist Valijien und ihr Sohn, der Hengst Valinor,“ wurde sie von einer ruhigen Stimme von hinten überrascht.
Der Elbenfürst stand hinter ihr. Beschämt entschuldige sich Allsiand so neugierig gewesen zu sein. „Komm, ihr werdet noch viel Gelegenheit bekommen euch kennen zu lernen.“ Er legte seine Schulter um die ihre und beide gingen zusammen zurück zum Kloster.
Einige Zeit später, nach vollendetem Morgenmahl, begann ihre erste Lehrstunde oder besser ein sehr langer Lehrtag welcher erst bei später Abenddämmerung endete. Ermüdet fiel Allsisiand in das Bett aus Seidendecken. In jener Nacht hatte sie wieder einmal einen Traum. Dieser Traum jedoch war ein völlig anderer als ihr letzter: Sie stand alleine im Wald. Von überall her drangen allerlei Geräusche von Tieren an ihr Gehör. Da ein Vogelgezwitscher, dort das Röhren eines Hirsches in der Brunft, doch mit einem Male wurde dies durch ein tiefes Grollen eines ihr nicht bekannten Wesens jäh unterbrochen und Stille machte sich breit. Plötzlich, hinter und vor ihr huschte etwas oder jemand durchs Gehölz. Das Krachen eines Astes erschreckte sie. Alles begann sich um Allsisiand zu drehen bis es nach kurzer Zeit wieder zum Stehen kam. Die Gegend in der sie sich befand war ihr völlig unbekannt und doch unheimlich. Ein schwarzer fast zerstörter Turm ragte in den Himmel. Der ganze Traum stellte sich aus einer Flugperspektive ab, gerade so als wäre sie ein Vogel der sich von unten dem Turm nähern würde, jedoch mitten im Flug von unten den Turm entlang bis fast zur Turmspitz erwachte sie, ohne zu wissen warum welcher Ort das hätte sein können...

(Alessa)