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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Die Schlacht am Osttor
Am nächsten Morgen erwachte Derint in aller Herrgottsfrühe frisch und ausgeschlafen. Er verließ den Palast und vertrat sich draußen ein bisschen die Beine. Drîm und Hunjark waren längst auf und sie gingen gemeinsam mit ihrem Onkel durch die Stadt. Einige andere Zwerge kamen später dazu und alle lauschten gebannt Derints Geschichten. Der Kleinzwerg freute sich wirklich interessierte Zuhörer gefunden zu haben und war recht zufrieden. Schließlich kamen sie beim Osttor an und noch mehr Zwerge schlossen sich ihnen an.
Doch ganz plötzlich zersplitterte das alte Holztor in Tausende von Teilen und eine ziemlich große Armee von wilden Orks stürmte in die Zwergenstadt. Die Orks trugen Krummsäbel und Speere und fingen sofort mit dem Morden an. Kein Zwerg hatte mit einem Angriff gerechnet und so waren die meisten eine leichte Beute. Dutzende Kazhad starben in den ersten Minuten der Schlacht. Schließlich ergriff Drîm das Kommando und mit lauter Stimme rief er: „ZU DEN ÄXTEN!“
Die Zwerge, die bewaffnet waren, zogen ihre Waffen und unter Anleitung von Hunjark und Drîm formierten sie sich und könnten den metzelnden Orks einige Zeit widerstehen.
Derint hatte sich inzwischen voller Angst hinter die Verteidigungslinie der Kazhad zurückgezogen und dachte gar nicht daran zu kämpfen.
Die Orks schafften es nicht die Verteidigungslinie zu durchbrechen und wurden immer zorniger und schlugen wild mit den Säbeln auf die Zwerge ein. Das Glück schien sich auf die Seite der Kazhad zu stellen, bis sich schließlich der Anführer der Orks selber an die Front kam. Dies gab den Orks neuen Mut und die Verteidigungslinie wurde zurückgedrängt. Derint war schon drauf und dran davonzurennen, als die Orks fast durchgebrochen, aber plötzlich rannte Hunjark zu ihm hin und drückt ihm einen Bogen in die Hände. „Nutze ihn!“ rief er. „Aber sei vorsichtig und triff keinen von uns!“
Mit diesen Worten warf Hunjark sich wieder in die Schlacht, bevor Derint etwas erwidern konnte. Er betrachtete den Bogen etwas hilflos, versuchte aber trotzdem zu schießen. Seine Hand fing an zu zittern, so lies er den Bogen sinken und stammelte vor sich hin: „Ich kann... kann nicht schießen! Es ist zu gefährlich... Orks und Zwerge zu dicht beieinander... Ich kann nicht...!“
Die Schlacht wurde immer heißer, unzählige Zwerge und Orks waren schon gefallen und der Boden tränkte sich mit dem Blut der Angreifer und Verteidiger. Fast hätten es die Orks geschafft, hinter die Verteidigung zu kommen, denn ein Krieger mit zwei Äxten erschlug plötzlich einen Frontkämpfer und schlitzte einem anderen den Arm auf, so dass der Zwerg zu Boden stürzte. Eine gefährliche Lücke entstand, aber der am Boden liegende Zwerg dachte nicht daran aufzugeben, er nahm seine Axt in die andere Hand und hieb dem großen Orkkrieger die Beine ab. Dieser verlor endgültig sein Leben unter den Füßen seiner eigenen Kameraden. Der verwundete Zwerg wurde aus der Schlacht rausgezogen und einige andere übernahmen seine Position.
Die Orks rasten, denn sie schafften es einfach nicht, die Kazhad zu besiegen. Schließlich fielen die mordlüsternen Bestien in einen wahren Blutrausch und schlugen auf alles was sich bewegte. Wieder wäre fast die Verteidigung zusammen gebrochen, aber plötzlich fing einer der Kazhad an ein altes Kriegslied zu singen und die anderen Zwerge stimmten mit an. Das Lied weckte den Kampfgeist der Kazhad und sie fingen an noch verbissener zu kämpfen.
Währenddessen lief Drîm zu Flodrin, der von seinem Wachtposten hinabgestiegen war und an vorderster Front kämpfte. „Bald werden die Orks unseren Widerstand brechen! Wir brauchen Unterstützung vom Inneren der Stadt!! Was kannst du tun?“ rief Grîm zu Flodrin.
„Auf meinem Wächterposten ist das Warnhorn von Rhaz-gard! Wenn ich es bis dorthin schaffe, könnte ich Verstärkung rufen, denn der laute Ton wurde die Schlacht auf jeden Fall übertönen!“ sagte Flodrin nervös.
„Tu das, mein Freund!“ sagte Drîm. „Wenn wir die Orks hier nicht aufhalten, wird die Stadt erobert, denn niemand ist vorbereitet auf diese Invasion!“
Die Verteidiger wurden indes immer weiter zurückgedrängt, aber noch immer dachten die Zwerge nicht ans Aufgeben. Jeder Kazhad gab sein bestes, jeder Kazhad versuchte die Stadt zu retten. Derint sah noch immer keine Möglichkeit Pfeile abzuschießen, ohne in die Gefahr zu laufen, einen Zwerg zu töten.
Der Wächter Flodrin schlich sich an dem Schlachtgetümmel vorbei und erklomm seinen Wächterposten. Er fasste das Warnhorn und stellte sich auf den höchsten Punkt des Postens. Mit der ganzen Kraft seines Leibes blies er in das Horn und ein lautes Dröhnen war zu hören. Das Geräusch hallte durch den ganzen Berg, die Schlacht am Osttor verstummte, die Krieger senkten die Waffen. Aus dem Zentrum der Stadt hörte man die Geräusche einer Schlacht und Todesschreie. Die Orks brachen in schallendes Gelächter aus, als sie die verzweifelten Gesichter sahen, denn fast jede Hoffnung war nun aus den Zwergen gewichen. Derint wusste, was das bedeutete und das war eine schreckliche Einsicht: Eine andere Orkhorde griff die Stadt an, von dort konnten sie nun keine Hilfe erwarten.
Der riesige Orkanführer, den die Orks Ûgosh nannten, trat mit einem langen Speer hervor. Er zeigte mit seinem großen, schwarzen Finger auf Flodrin, als ob er ein Todesurteil verhängen würde, und warf den Speer mit übermenschlicher Kraft Richtung Flodrin. Dem jungen Kazhad blieb nicht mal die Zeit für einen Schrei, der Sperr rammte sich in Flodrins Brust. Der Zwerg taumelte zurück, stürzte vom Wachposten und landete tot im Staub. Derint erzitterte vor Zorn, alles war ihm egal, er legte einen Pfeil auf die Sehne des Bogens und zielte auf den grausamen Orkhäuptling. Eine Träne lief Derint über die Wange und wieder fing seine Hand an zu zittern, diesmal nicht wegen der Angst, einen Freund zu treffen, nein, Derint merkte in diesem Moment wie alt er eigentlich war, steinalt. Die Hand zitterte, er lies die Sehne los, der Pfeil drehte sich, überschlug sich und landete vor den Füßen des Orkanführers. Das Lachen dieses Orks tat Derint mehr weh, als der Schlag, der darauf folgte, denn der Ork stieß Derint mit seinem Schild gegen die Wand eines Gebäudes, mit einer Kraft, bei der Derint fast das Bewusstsein verlor. Der Orkanführer legte Derint das Schwert auf die Kehle, bereit zuzustoßen, aber er kam nicht dazu. Denn plötzlich verließ Drîm die Schlacht und warf sich auf den Ork. Ein Zweikampf entbrannte zwischen den beiden, an den Derint sich nur verschwommen erinnerte.
Er wusste noch, dass der Ork Drîms Axt zerschlug, Drîm aber wiederum die Axt seines Bruders nahm und dem Ork Ûgosh den Kopf spaltete. Durch diese Tat gewannen die Zwerge noch ein wenig Mut, es war trotzdem hoffnungslos. Die Orks stürzten sich auf Hunjark und erschlugen ihn, bevor jemand helfen konnte. Drîm und Derint knieten nieder bei Hunjark und beide trauerten um Bruder und Neffe, die anderen Kazhad aber bildeten einen Kreis um sie und kein Ork drang durch. Schließlich musste jeder einsehen, dass sie verloren hatten. Drîm erhob sich und schrie: „RÜCKZUG! FLIEHT KAZHAD!“
Kaum waren die Worte gesprochen, zerfiel augenblicklich die Verteidigungslinie, die Zwerge rannten auseinander. Die Orks teilten sich auf und fingen an die Überlebenden wie die Tiere zu hetzen und zu jagen. Derint und Drîm stiegen auf das Pony und flohen in den Westen. „ Unsere einzige Hoffnung ist den Geheimgang rechtzeitig zu erreichen!“ schrie Drîm.
Selbst das Pony erkannte, dass es jetzt um Leben und Tod ging und rannte los. Auf halben Wege schrie Drîm auf: „Was ist mit dem König? Wir müssen dem König helfen!“
Derint ignorierte ihn, er dachte nun an sein eigenes Leben. Schließlich ritten sie am Palast vorbei, die Orks waren kurz davor ihn zu stürmen.
„Ich kann den König nicht im Stich lassen, ich bin die Palastwache!“ rief Drîm verzweifelt. Da erkannte Derint was sein Neffe vorhatte.
„Nicht, Drîm!“ rief Derint, aber es war bereits zu spät.
Drîm sprang vom Pony herab und stürzte sich von hinten auf die Orks. In seiner Verzweiflung erschlug er viele, aber dennoch waren die Orks zu zahlreich und so fand auch der letzte Sohn Grîms sein Ende in Rhaz-gard.
Derint wusste, dass seine Neffen tot waren, aber er verdrängte es. Er stieß die Tür zum Geheimgang auf, ritt wie wild ins Freie und erst nach einer halben Stunde hielt er an. Er sprang vom Pferd und brach zusammen. Er konnte nichts mehr tun, nur am Boden liegen und weinen.
(Krystian)